Go to Science@NASA home page

Der Erde dienen

Vor eintausend Jahren zerfiel die Maya Zivilisation. Heute hilft ein "Kontrollzentrum" aus dem Weltraumzeitalter den Zentralamerikanern dabei die Fehler zu vermeiden, welche die Maya dem Untergang weihten.

NASA


30. September 2005: Zentralamerika, diese schmale Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, repräsentiert weniger als 0,5% der Landmasse der Erde. Sie ist aber die Heimat von 7 bis 8 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten der Welt.

Die Heimat dieses Regenwaldes wird jedoch von Mensch und Umwelt gleichermaßen angegriffen: Erdbeben, Hurrikane, illegale Abholzung und Entwaldung durch Brandrodung. Jetzt helfen NASA Wissenschaftler durch SERVIR, einem Akronym, dass für die spanischen Worte für Mesoamerican Regional Visualization and Monitoring System steht, Zentralamerika dabei auf seine biologischen Schätze acht zu geben und die Verwüstung der Umwelt zu stoppen.

see captionSERVIR ist kein Satellit. Es ist stattdessen ein "Kontrollzentrum," dass im Februar 2005 in Panama eröffnet wurde. Dort nutzen Wissenschaftler die gesamte Konstellation existierender NASA, kommerzieller und internationaler Satelliten um die Erde im sichtbaren, infrarot und Radarwellenbereich zu beobachten.  Sie kombinieren Satellitendaten mit Beobachtungen am Erdboden und leiten die Resultate an die nationalen Regierungen weiter, die dann darauf basierend politische Entscheidungen über geeignete Maßnahmen treffen können. 

Rechts: Ein Aqua-MODIS Satellitenbild vom 28. September 2005 von Zentralamerika. [Mehr]

Zum Beispiel, "jedes Jahr gibt es durch Brandrodung schreckliche Waldbrände in Zentralamerika," sagt Dan Irwin, SERVIR Projektleiter an NASA's Marshall Space Flight Center. Solche Feuer sind immer wieder außer Kontrolle geraten -- bis vor 2 Jahren, als Irwin und andere SEVIR Partner ein System erfanden um "Hotspot Pixel" von Feuern auf Satellitenbildern zu identifizieren. Heute benachrichtigt SERVIR´s vollautomatisiertes Brandmeldesystem vor Ort Teams und leitet sie mit Hilfe von GPS schnell zu der richtigen Stelle. Feuerwehrleute können das Feuer (oftmals in entlegenen Gebieten) erreichen und es bekämpfen wenn es noch unter Kontrolle ist.

Diese Art der Überwachung ist wichtig für eine Region die zumindest den Zusammenbruch einer großen Zivilisation miterlebt hat, die der Maya. Es gibt überzeugende, archäologische Beweise dafür, dass die einst stolze Zivilisation der Maya, mit 10 Millionen Städten in ganz Zentralamerika vor 1000 Jahren, durch eine gewaltige Dummheit der Umwelt gegenüber, zerstört wurde. "Die Maya hatten ihre Wälder vollständig zerstört," erklärt Irwin. "Diese Entwaldung sowie lokale Klimabedingungen führten unserer Meinung nach zu solch einer starken Dürre, dass ... die gesamte Zivilisation der Maya innerhalb einiger Jahre verschwand."

see caption

Oben: Maya Ruinen in Guatemala. [Mehr]

Wenn die Maya nur SERVIR gehabt hätten. Das System ist in der Lage Entwaldung, Dürren und vieles mehr zu überwachen:

Kürzlich zeigte SERVIR seine Fähigkeiten bei der lokalisierung roter Ströhmungen -- schädliche Wasserblüten roter Algen, die periodisch Teile des atlantischen und pazifischen Ozeans, auf jeder Seite von Zentralamerika, überziehen und die Fische vergiften. In der Vergangenheit kosteten rote Ströhmungen die Fischindustrie Millionen von Dollar pro Jahr, da Kunden Angst hatten Fisch aus dem Ozean zu verzehren. Mit Hilfe der Daten vom Aqua Satelliten fand ein Team von SERVIR heraus "wie man die exakte Lokation der Blüten bestimmen kann," sagt Irwin.

Als die rote Ströhmung im Juni 2004 auf die Küste von El Salvador traf, "zeigte man einen Mitarbeiter der Umweltbehörde im Fernsehen wie er Fisch gegessen hat um zu demonstrieren, dass Fisch, gefangen außerhalb der roten Ströhmungen, immer noch sicher war -- und dass SERVIR anzeigte wo es sicher war zu fischen," sagt er. "Wir sind immer noch begeistert!"

SERVIR sagt auch das Wetter vorraus. "Zentralamerikanische Nationen können sich oftmals nicht die Radarsysteme leisten, die in den USA genutzt werden," sagt Irwin. Also hat sich SERVIR mit dem NASA Short-term Prediction Research and Transition Center (SPoRT) zusammengeschlossen um das Wetter 24 Stunden vorher zu berechnen, wobei es ein Computermodell benutzt, dass Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Temperatur und Taupunkt mit in Betracht zieht. "Die SERVIR Vorhersagen sind so populär, dass sie für die Wettervorhersage in den zentralamerikanischen Nachrichten verwendet werden."   

Die Wurzeln von SERVIR können bis in das Jahr 1986 zurückverfolgt werden, als Irwin´s Kollege Tom Sever, der einzige Archäologe der NASA, ein Satellitenbild von Nord-Guatemala machte um nach archäologischen Plätzen zu suchen. Als er das Bild sah, war Sever "erstaunt, dass er die politische Grenze zwischen Guatemala und Mexiko, aufgrund der Entwaldung in Mexiko, sehen konnte," erinnert sich Irwin.

see caption

Oben: Die scharfe Grenze zwischen Guatemala und Mexiko in einem Landsat Bild aus dem Jahr 1988, zeigt den Einfluss ländlichen Siedlungen auf den Regenwald.

Das Bild war so schlagkräftig, dass es im National Geographic Magazin veröffentlicht wurde und für den Präsidenten sowie den Kongress von Guatemals der Auslöser dazu wurde eine sogenannte Maya Biosphären Reserve einzurichten -- das größte geschützte Gebiet in Guatemala.

Die Maya Biosphären Reserve führte im Gegenzug zur Schaffung von etwas noch Größeren: dem Mesoamerikanischen Biologischen Korridor, einem ökologischen Gewächshaus von der Länge Zentralamerikas, dass Parks und Naturschutzgebiete in allen Zentralamerikanischen Nationen miteinander verbindet. Die NASA hat dabei geholfen diesen so genannten "Bio-Korridor" von 1999 bis 2002 aus dem Weltraum zu beobachten. "Ich kam zur NASA um mit Sever an diesem Projekt zu arbeiten," erinnert sich Irwin. 

2002 war ein Schlüsseljahr in der Entwicklung von SERVIR. Dies war zu der Zeit, als Irwin an einem Treffen mit allen Umweltministern weltweit teilnahm, die sagten, dass sie ein integriertes System wollten, dass nicht nur Informationen über die Wälder sondern auch über die Ozeane liefern kann.

see captionRechts: Dan Irwin in Zentralamerika.

"Ich mahlte mir ein 'Armaturenbrett' mit der Fähigkeit zur Beobachtung der Umwelt aus," sagt Irwin. Genau wie das Armaturenbrett eines Autos Informationen über das Auto zusammenführt, würde SERVIR Informationen von vielen Satelliten und Sensoren sammeln. "Die U.S. Agency for International Development sowie die Weltbank boten eine Finanzierung an und wir schlossen uns mit diesen Gruppen zusammen um SERVIR zu verwirklichen." 

SERVIR's Herangehensweise könnte sich weltweit durchsetzen.

Die Arbeiten dienen als Modell für NOAA's Global Earth Observation System of Systems (GEOSS). GEOSS soll für die gesamte Welt dass sein, was SERVIR für Zentralamerika ist --  eine Clearingstelle für die kombinierten Daten der unzähligen Beobachtungsatelliten am Himmel -- als auch Daten vom Boden und aus weiteren Quellen -- um nützliche und maßgeschneiderte Informationen schnellstmöglich den Entscheidungsträgern weltweit zur Verfügung zu stellen.

Die dramatische Lehre der Maya ist für Irwin klar: "Die Idee hinter SERVIR und GEOSS ist es, nicht die Fehler der Vergangenheit noch einmal zu begehen."

Diesen Artikel weiterempfehlen

Author: Trudy E. Bell | Editor: Dr. Tony Phillips | Credit: Science@NASA

More Information
SERVIR -- home page

SERVIR in Alabama, and elsewhere: "In addition to the main SERVIR facility in Panama, we also have the test bed SERVIR facility at the National Space Science at Technology Center in Huntsville, Alabama," says Irwin. "Also we have national node facilities at the environmental ministries of each Central American country."

Der Aufstieg und Fall des Maya Imperiums -- (Science@NASA) Wissenschaftler benutzten Satelliten im All um eines der großen Mysterien der Antike zu lösen

Mesoamerica Burning -- (Science@NASA) The rich diversity of wildlife in southern Mexico and Central America is in peril. Local governments are using satellites to get a grip on a vast corridor of protected lands.

Satellites: SERVIR uses a whole constellation of satellites, including IKONOS, Quickbird, Landsat 7, MODIS Terra, MODIS Aqua, and AMSR-E, SPOT, RADARSAT and others.

GEOSS and its 10-year implementation plan

 

Moresays 'NASA NEWS' Headlines


THE END


FirstGov - Your First Click to the US Government

NASA
Curator: Bryan Walls
NASA Official: Ron Koczor
Last Updated: June 9, 2005
+ Contact NASA