|
Neue Seen auf Titan entdeckt |
|
13. Oktober 2007: Neu zusammengesetzte Radarbilder des Cassini Raumschiffs liefern Forschern den bisher besten Blick auf die Kohlenwasserstoff Seen und Teiche am Nordpol von Saturns Mond Titan. Neue Radarbilder enthüllen hingegen, dass sich auch an Titans Südpol Seen befinden. Ungefähr 60% der nördlichen Polarregion von Titan (oberhalb eines Längengrades von 60) wurden von Cassinis Radar kartografiert. Etwa 14% des Gebietes ist bedeckt von Seen aus flüssigem Methan und Ethan, wie Forscher glauben:
Das Mosaikbild wurde durch Zusammensetzen von Radarbildern erzeugt, die bei den sieben Vorbeiflügen in den letzten 1,5 Jahren aufgenommen wurden. Zumindest einer der Seen auf dem Bild ist größer als der Lake Superior. "Dies ist unsere Version der Kartografierung von Alaska, den nördlichen Teilen Kanadas, Grönland, Skandinaviens und Nordrussland,“ sagt Rosaly Lopes, Radarwissenschaftlerin bei der Cassini Mission, NASA's Jet Propulsion Laboratory. "Es ist als ob man diese Gebiete der Erde zum ersten mal kartografiert.” Teiche und Seen kommen in den hohen nördlichen Breiten von Titan sehr häufig vor, wo gerade der Winter im Anzug ist. Wissenschaftler sagen, dass es dort Methan und Ethan regnet, was die Seen füllt. Diese Flüssigkeiten graben auch gewundene Flüsse und Kanäle in die Oberfläche des Mondes. Nun begibt sich Cassini in unbekanntes Terrain: den Südpol von Titan. Am 2. Oktober hat das Raumschiff einen Vorbeiflug durchgeführt, dessen Hauptziel es war nach südlichen Seen zu suchen. Lopes erklärt: „Wir wollten sehen ob dort noch weitere Seen vorhanden sind und es lachten drei kleine Seen zu uns zurück.“
"Titan ist in der Tat ein Land von Seen und Teichen,” fügt sie hinzu. „Es wird interessant sein den Unterschied zwischen Nord- und Südpol zu sehen.“ An Titans Südpol ist derzeit Sommer. Eine Jahreszeit die auf Titan fast 7,5 Jahre andauert, ein Viertel eines Saturnjahres, welches 29,5 Jahre lang ist. Die Beobachtung von saisonalen Veränderungen bei den Seen, wird Wissenschaftlern dabei helfen die Prozesse dort zu verstehen. Sie haben schon Fortschritte dabei gemacht zu verstehen, wie sich die Seen vielleicht geformt haben. Auf der Erde füllen Seen Niederungen oder werden geschaffen, wenn die lokale Topographie auf Grundwasser trifft. Lopes und ihre Kollegen glauben, dass die Senken, welche die Seen auf Titan enthalten, vielleicht durch Vulkanismus oder eine Art „Karstischer Erosion“ gebildet wurden, die eine Vertiefung hinterlässt in der sich Flüssigkeiten ansammeln können. Karstische Seen kommen auf der Erde häufig vor. Zum Beispiel gibt es in Teilen von Minnesota und Zentralflorida hunderte solcher Seen.
"Die Seen auf Titan scheinen in ihrer Füllmenge zu variieren, was auf die Beteiligung eines komplexen hydrologischen Systems, ähnlich dem Wasserzyklus auf der Erde, hindeutet. „Dies macht Titan unter den extraterrestrischen Körpern in unserem Sonnensystem einzigartig,” sagt Alex Hayes, ein Student der die Radardaten von Cassini am California Institute of Technology in Pasadena untersucht. "Die Seen die wir bisher gesehen haben variieren in ihrer Größe von etwa einem Quadratkilometer bis hin zu mehr als 100.000 Quadratkilometern, was etwas größer ist als die großen Seen im mittleren Westen der USA,” sagt Hayes. „Von den grob 400 beobachteten Seen, werden 70% des Gebietes das sie bedecken von Seen ausgemacht, die größer sind als 26.000 Quadratkilometer.” Zukünftige Vorbeiflüge werden Gebiete noch näher am Südpol aufnehmen. Bleiben Sie dran für weitere Seen! Diesen Artikel weiterempfehlen Editor: Dr. Tony Phillips | Credit: Science@NASA
|
|