12. Mai
2008:
Irgendwelche Trekkies dort draußen? Erinnern Sie sich an den
Tricorder? Dr. McCoy und Mr. Spock hatten beide einen, und
er kam immer sehr gelegen bei der "Erforschung neuer Welten
... wo niemand vorher gesehen hat."
Auf der Internationalen Raumstation tragen die Astronauten
ein experimentelles Gerät, dass sehr ähnlich aussieht:
LOCAD-PTS, die Kurzform für Lab-On-a-Chip Application Development
Portable Test System. Dieses mobile, biologische
Laboratorium ist der erste Schritt auf dem Weg zur
Entwicklung, hin zu etwas ähnlichem wie
Dr. McCoy's medizinischen Tricorder.
"LOCAD ist wie ein Tricorder, der tragbar und schnell
ist, sowie biochemische Moleküle aufspüren kann", sagt Heather Morris,
LOCAD Wissenschaftlerin von NASAs Marshall Space Flight Center,
und bekennender Star Trek Fan. Aber während der Tricorder so
ziemlich alles konnte, vom Check der Lebenszeichen bis hin
zur Entdeckung von fremden Lebensformen, ist LOCAD ein wenig
spezialisierter: "LOCAD wurde speziell für die
Identifizierung von Mikroben auf Oberflächen der Raumstation
entwickelt."
LOCAD behält diese winzigen Lebensformen im Auge.
Und so funktioniert es: Ein Crewmitglied der ISS benutzt
einen trockenen Tupfer und nimmt Proben von den Oberflächen,
auf denen sich vielleicht Mikroben aufhalten. Danach wird
steriles Wasser über den Tupfer gegossen, was die Probe
verflüssigt. Der Astronaut füllt dann einige Tropfen in
LOCAD. Was befindet sich in der Probe? Das System gibt
innerhalb von 15 Minuten eine Antwort darauf. Die gesamte
Prozedur wird vor Ort durchgeführt. Es muss nichts zurück
zur Erde geschickt werden, was Zeit in Anspruch nähme, und
die Gefahr birgt, dass die Probe auf dem Weg möglicherweise
verschmutzt wird.
"Es ist wichtig die Bakterien auf der Raumstation zu
beobachten, um so den besten Weg zu finden, sie unter
Kontrolle zu halten", sagt
Morris, der diese Merkwürdigkeit hinzufügt: "LOCAD kann
bisher nicht zwischen lebenden und toten Bakterien
unterscheiden." Niemand kann also rufen, es ist tot,
Jim! "Wir arbeiten daran, diese Möglichkeit in Zukunft
einzubauen."
Zusätzlich zur Fähigkeit Gram-negative1 Bakterien
wie E. coli und Salmonellen zu entdecken, warnen die
neuesten Einsteckmodule, die an Bord der Shuttle Mission
STS-123 zur Raumstation geschickt wurden, die Crew vor
Pilzen. Da Pilze schon Elektronik auf der Russischen
Raumstation MIT zersetzt hatten, wurden sie zu
unwillkommenen "Gästen." LOCAD kann niedrige Konzentrationen
von alltäglichen Pilzkomponenten entdecken; dies erlaubt es
LOCAD Pilze auf Oberflächen zu finden, bevor sie die Chance
haben sich zu teilen.
Zum Ende des Jahres wird noch ein weiteres Modul für die
Raumstation zur Verfügung stehen. Dieses kann auch
Gram-positive Bakterien, wie Staphylokokken und
Streptokokken, entdecken.
"Letzten Endes wollen wir ein Modul für alle Arten von
Mikroorganismen und chemischen Komponenten zur Verfügung
stellen", sagt Morris. "Wir wollen sogar ein System haben,
dass herausfindet, welche Art von Bakterium ein Astronaut
hat, wenn er krank geworden ist."
Lisa Monaco, LOCAD Projektwissenschaftlerin, erläutert ihre
Vision der Zukunft: "Was wir am MSFC entwickeln kann nicht
nur auf der ISS sinnvoll eingesetzt werden, sondern auch auf
Missionen zum Mond und natürlich hier auf der Erde."
In den kommenden Jahren, wenn Weltraumreisen immer länger
werden, wird es immer notwendiger Wege zu finden, die
Gesundheit der Astronauten sowie Elektronik zu überprüfen.
Als Anmerkung: Bisher wurde noch kein Astronaut auf einer
Weltraummission ernsthaft krank. Die Wissenschaftler sagen
jedoch, dass es im Falle einer Krankheit zu lange dauern
würde, die Proben zur Erde zu schicken, sie zu testen, und
eine Antwort zurück zu schicken. Mit der nächsten Generation
der LOCAD Technologie wird die Diagnose schnell, einfach und
vor Ort möglich sein.
Dr. McCoy, wir kommen.
Es ist eine Tatsache des Lebens, dass wo immer Menschen
hingehen, ihnen die Mikroben folgen. Biologen schätzen, dass
jeder menschliche Körper mindestens eine Trillion Mikroben
beherbergt, was 2% der Masse eines Körpers ausmacht. Die
meisten leben in Einklang mit den menschlichen Zellen;
andere können krank machen.
Diesen
Artikel weiterempfehlen
Author: Dauna
Coulter | Editor:
Dr. Tony Phillips | Credit:
Science@NASA
Übersetzung + Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
| Weitere Informationen |
|
Die Gram Färbung (oder Grams Methode) ist eine empirische Methode Bakterien, aufgrund der chemischen und physikalischen Eigenschaften ihrer Zellwände, in zwei große Gruppen einzuteilen (Gram-positiv und Gram-negativ). Die Methode ist nach ihrem Entdecker benannt, dem Dänischen Wissenschaftler Hans Christian Gram (1853 – 1938), der die Technik 1894 entwickelte, um zwischen Pneumococcen und Klebsiella pneumoniae Bakterien zu unterscheiden. 1Gram-negative Bakterien sind solche Bakterien, die einen violetten Färbestoff im Gram Färbeprotokoll nicht behalten. Gram-positive Bakterien behalten den violetten Färbestoff wenn sie mit einer Entfärbelösung gespült werden. Beim Gram Färbetest wird eine Gegenfärbung (normalerweise Safranin) nach dem Violett hinzugefügt, welche die Gram-negativen Bakterien rot oder pink färbt. Der Test selber ist hilfreich dabei, zwei unterschiedliche Arten von Bakterien , basierend auf dem strukturellen Unterschied ihrer Zellwände, zu klassifizieren. Viele Arten Gram-negativer Bakterien lösen Krankheiten aus. Diese pathogene Eigenschaft wird normalerweise mit bestimmten Komponenten der Gram-negativen Zellwände in Verbindung gebracht. Speziell der Lipopolysaccharid (auch bekannt als LPS oder Endotoxin) Layer ist hier von Bedeutung. Bei Menschen löst LPS eine angeborene Immunantwort, die durch die Produktion von Cytokinen charakterisiert ist, sowie die Aktivierung des Immunsystems, aus. Entzündungen sind ein Ergebnis der Cytokin Produktion, wobei auch Gifte im Wirt entstehen können. NASA's Future: US Space Exploration Policy
|
Leserkommentare |
Kommentare
helmut 13 Mai 2008, 20:00
Die "weiteren Informationen" sind eine prima Sache, bestens geeignet das
(zumindest bei mir vorhandene) Teilwissen zu aktualisieren :)
Powered by Scriptsmill Comments Script
|




RSS Newsfeed