Frühling ist Polarlicht Saison. Aus Gründen die noch nicht
vollständig verstanden sind, neigt die Zeit um den
Frühlingspunkt herum zu Polarlichtern. Kanadier die mit
ihrem Hund nach dem Abendessen spazieren gehen, Skandinavier
die aus der Sauna kommen, Huskies in Alaska auf ihrem Weg --
sie alle müssen nur nach oben schauen und sich die grünen
Vorhänge anschauen die am Nachthimmel tanzen. Der Frühling
ist gekommen!
Das ist ein Rätsel. Polarlichter werden durch
Sonnenaktivität ausgelöst, aber die Sonne weiß nicht welche
Jahreszeit auf der Erde ist. Trotzdem schien sie es zu
wissen, als diese Polarlichter über Tromso in Norwegen zu
sehen waren:

"Es
war ein gewaltiger Ausbruch von Polarlichtern", sagt der
Fotograf Bjorn Jorgensen. "Der Boden verfärbte sich
grün!"
Solche Ausbrüche werden Polarlicht-Substürme genannt und
stellten die Physiker lange Zeit vor ein Rätsel. Oftmals
gesichtet während des Frühlings, "brechen Substürme ohne
Vorwarnung und mit manchmal schockierender Intensität auf",
sagt der Physiker Vassilis Angelopoulos von der UCLA. "Sie
sind ein großes Rätsel."
Angelopoulos
ist leitender Forscher von NASAs THEMIS Mission -- einer
Flotte von fünf Raumschiffen, die im Februar 2007 gestartet
wurden, um das Phänomen der Substürme zu untersuchen. NASAs
Polar Raumschiff, das mit speziellen UV Filtern Polarlichter
bei Tageslicht entdecken kann, hilft ebenfalls bei dieser
Mission.
Dies ist ein Rätsel, das mehrere Raumschiffe wert ist. Unter
jeder dieser hübschen Lichtvorstellungen liegt ein starker
geomagnetischer Sturm. THEMIS beobachtete kürzlich einen mit
einer Gesamtenergie von fünf hundert tausend Milliarden (5 x 1014) Joule. "Das
ist etwa vergleichbar mit einem Erdbeben der Stärke 5", sagt Angelopoulos.
Mögliche Auswirkungen eines solchen Sturms reichen von
Fehlfunktionen bei Satelliten bis hin zu Stromausfällen;
Telekommunikations-, Luftfahrt- und GPS Systeme sind alle
anfällig. "In einer Gesellschaft die sich zunehmend auf
Weltraumtechnologien verlässt, ist das Verständnis der
Substürme überlebenswichtig."
THEMIS
hat vielleicht das Netzteil der Substürme gefunden -- und
eine Verbindung zum Frühling:
"Die
Satelliten haben magnetische 'Seile' entdeckt, welche die
obere Atmosphäre der Erde direkt mit der Sonne verbinden",
sagt Dave Sibeck,
Projektwissenschaftler für die Mission am Goddard Space Flight
Center. "Wir glauben, dass Teilchen des Sonnenwindes
entlang dieser Seile fliegen und so Energie für
geomagnetische Stürme und Polarlichter liefern."
Rechts:
Magnetkarte eines magnetosphärischen "Seils", das von den
THEMIS Satelliten am 20. Mai 2007 beobachtet wurde. [Größeres
Bild]
Es zeigt sich, dass die seilartigen Verbindungen zwischen
Erde und Sonne bevorzugt im Frühling vorkommen. Es liegt an
der Geometrie: Während die Erde in ihrer Umlaufbahn fliegt,
stehen die gekippten magnetischen Pole der Erde in
unterschiedlichen Winkeln zur Sonne und kippen in einem
einjährigen Rhythmus vor und zurück. Um den Frühlingsanfang
herum ist das Magnetfeld der Erde am Besten ausgerichtet für
eine "Verbindung" mit der Sonne.
Aber warten Sie, es gibt doch zwei Wendepunkte, Frühling und
Herbst, mit einer ähnlichen Geometrie. Tatsächlich zeigen
Untersuchungen, dass auch der Herbst Polarlicht Saison ist.
Geomagnetische Störungen sind fast zweimal so wahrscheinlich
im Frühling oder Herbst, als im Sommer oder Winter. Dies
geht aus Aufzeichnungen der letzten 75 Jahre, des
Sonnenphysikers David Hathaway vom Marshall Space Flight Center,
hervor:
Diagram.
Also, dies ist die Zeit für Polarlichter -- und viele Daten
für THEMIS. Sibeck sagt dann auch, "wir heißen den Frühling
willkommen!"
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Editor: Dr.
Tony Phillips | Credit:
Science@NASA
Übersetzung:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)