Weltweit bemerkten Amateurastronomen eine Veränderung;
Saturns weit offenen Ringe verkleinern sich zusehends zu
einer dünnen Linie. Efrain
Morales Rivera schickte diese Bilder, die er mit einem
Amateurteleskop in Aguadilla, Puerto Rico, aufgenommen hat:

"Die
Ringe sind im vergangenen Jahr zusehends schmaler geworden",
berichtet er. "Die Cassini Teilung (ein dunkler Spalt in den
Ringen) ist schon schwer zu sehen."
Vor 400 Jahren rätselte Galileo über dem gleichen Phänomen.
Indem er durch sein einfaches Fernrohr schaute, entdeckte er
Saturns Ringe im Jahr 1610 und schrieb sofort an seine
Förderer: "Ich habe ein weiteres seltsames Wunder entdeckt,
welches ich seiner Durchlaucht zur Kenntnis bringen
möchte...." Er war jedoch sprachlos, als die Ringe ein Jahr
später verschwanden.
Was war geschehen?
Das Gleiche was derzeit passiert: wir sehen eine "Kreuzung
mit der Ringebene." Während sich Saturn um die Sonne herum
bewegt, stehen seine Ringe alle 14 bis 15 Jahre senkrecht
zur Erde (Edge-On). Weil die Ringe so dünn sind, können sie
sogar verschwinden, wenn man Saturn durch ein kleines
Teleskop beobachtet.
In den kommenden Monaten werden Saturns Ringe dünner und
dünner, bis sie im . September 2009 verschwinden. Als dies
Galileo im Jahre 1612 passierte, verwarf er kurzfristig
seine Untersuchungen des Planeten. Großer Fehler: Kreuzungen
mit der Ringebene sind gute Zeiträume, um neue Saturnmonde
und schwächere Außenringe zu entdecken.
Es
ist auch eine gute Zeit sich Saturns seltsam blauen Nordpol
anzuschauen. Im Jahr 2005 flog das Cassini Raumschiff über
Saturns nördliche Hemisphäre und fand den Himmel dort so
blau wie auf der Erde. Saturn ist ein Planet der goldenen
Wolken, aber aus irgendwelchen Gründen waren die Wolken in
hohen nördlichen Breitengraden klarer geworden und
enthüllten eine überraschend blaue Kuppel.
Rechts:
Cassinis Blick auf Saturns blauen Norden:
Ganze Geschichte.
Jahrelang konnte nur Cassini diesen Anblick genießen weil
die blaue Kappe von Saturn hinter den Ringen verborgen war.
Nicht mehr: "Jetzt wo Saturns Ringe nur noch mit 8° Neigung
zu uns stehen, können wir endlich seine nördliche
Hemisphäre, mit den blaugrünen Gürteln und Zonen, sehen, die
durch ein 10" Teleskop in der Tat blau aussehen", sagt Dan Petersen
aus Racine in Wisconsin, der
dieses Bild am 24. Februar 2008
aufgenommen hat.
Galileo
hat die blaue Natur von Saturns Ringen nie verstanden. Er
wusste nicht, dass sie scheibenförmige Schwärme aus
umkreisendem Geröll sind, das Größen von mikroskopisch
kleinen Staub bis hin zu einem Haus hat. (Wissenschaftler
sind sich heute noch nicht sicher, aber es sind vielleicht
die Überreste eines zerstörten Mondes.) Er wusste nicht
einmal, dass die Ringe Ringe sind. Durch sein Teleskop aus
dem 17. Jahrhundert sahen sie mehr aus wie Ohren oder
Planeten Kolben.
Dennoch führte sein Intuition irgendwie dazu die richtigen
Annahmen zu machen: "sie werden wiederkommen." Und er hatte
Recht. Saturns Ringe öffneten sich erneut und die
Wissenschaftler setzten ihre Untersuchungen fort. Im Jahr
1659 erklärte Christaan Huygens das periodische Verschwinden
der Ringe richtig mit der Kreuzung der Ringebene. Im Jahr
1660 sagte Jean Chapelain, dass die Saturnringe nicht fest
sind, sondern aus vielen Teilchen bestehen, die unabhängig
voneinander Saturn umkreisen. Seine richtige Annahme wurde
für fast 200 Jahre nicht von der Mehrheit akzeptiert.

Oben:
Saturns Ringe sind breit aber sehr dünn. Astronomen haben
mit Hilfe des Hubble Space Teleskops im Jahr 1995 dieses
Bild der Ringe gemacht, als diese Senkrecht zur Bildebene
standen. Sternenartige Objekte in der Ringebene sind
vereiste Begleiter.
[mehr]
Fast 27 Kreuzungen später bestaunen wir Saturn noch immer.
Selbst mit verschwundenen Ringen ist er durch ein Teleskop
ein atemberaubender Anblick. Tatsächlich ist es eine gute
Woche für Beobachtungen. Am Dienstag, dem 18. März (Karte)
und am Mittwoch, dem 19. März (Karte)
werden der Fast-Vollmond und Saturn im gleichen Teil des
Abendhimmels zu sehen sein. Dies macht es besonders einfach
Saturn zu finden: Gehen Sie nach Sonnenuntergang nach
draußen und schauen nach dem Mond; Saturn ist der helle,
goldene "Stern" in der Nähe.
Richten Sie Ihr Teleskop aus und, nun, versuchen Sie nicht
nach Luft zu schnappen.
Ein Blick in die Zukunft: Wenn Sie die
Zusammenkunft am 18. und 19. März verpassen, versuchen Sie
es erneut am 14. und 15. April. Mond und Saturn werden
wieder dicht beieinander stehen und die Ringe sind sogar
noch dünner. Machen Sie sich eine Markierung in Ihren
Kalender!
Diesen Artikel weiterempfehlen
Editor: Dr.
Tony Phillips | Credit:
Science@NASA
Übersetzung:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)