Artikel im Forum diskutieren
 

 
 

Kommentare zum Artikel

 

 

          




  

Go to Science@NASA home page




 


Mobile Version

 

 
Dunkle Schatten auf Merkur

 


  Science@NASA News
 


+ Astrophysik
 


+ Astronomie
 

+ Leben im All
 

+ Planet Erde
 

+ Astrobiologie und Physik
 

+ Raumfahrttechnik
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10. März 2008: Die Überraschung geht weiter. Wissenschaftler, die die Fotos vom Vorbeiflug des MESSENGER Raumschiffs am 14. Januar untersuchen, haben mehrere Krater mit seltsamen, dunklen Halos, und einen Krater mit einem eindrucksvoll hellen Boden gefunden.

"Die Halos sind außergewöhnlich", sagt das Mitglied des MESSENGER Teams Clark Chapman vom Southwest Research Institute in Boulder, Colorado. "Wir haben so etwas vorher auf Merkur noch nie gesehen und ihre Bildung stellt uns vor ein Rätsel."

Sehen Sie sich folgendes an:

A picture of two craters in Caloris Basin

Die beiden unteren Krater befinden sich in Merkurs riesigem Caloris Becken, einer Senke mit einem Durchmesser von 1.600 Kilometern, die gebildet wurde als Merkur vor Milliarden von Jahren mit einem Kometen zusammenstieß. Um einen Maßstab zu haben, der größere der beiden Krater hat einen Durchmesser von etwa 24 Kilometern. Beide Krater haben dunkle Ränder, oder "Halos" und der linke ist teilweise gefüllt mit einem unbekannten, reflektierenden Material.

Chapman liefert zwei Erklärungen für die Halos:

1. Die Schichttorten Theorie -- Es könnte sich eine Lage aus dunklem Material unter der Oberfläche des Caloris Beckens befinden, was in den schokoladen-farbenen Rändern um die Krater herum resultiert, da diese genau bis zur richtigen Tiefe hinuntergehen. Wenn solch eine Schicht existiert, ist sie jedoch nicht nur im Becken zu finden. "Wir fanden mehrere dunkle Halos auch außerhalb des Caloris Beckens -- diese beiden zum Beispiel, nahe dem Südpol des Planeten."

2. Die Einschlags-Glas Theorie -- Thermische Energie von den Einschlägen schmilzt etwas von Merkurs felsiger Oberfläche. Vielleicht spritzte geschmolzenes Felsgestein an den Rand des Kraters, wo es zu einer dunklen, glasigen Substanz erstarrte. Ähnliche "Einschlags-Schmelzen" findet man um Krater auf dem Mond und der Erde. Wenn diese Hypothese stimmt, würden Astronauten die den Merkur erforschen, auf körnigen Glasscherben spazieren gehen.

Chapman merkt an, dass es auf dem Mond auch einige dunkel umrandete Krater gibt -- "Tycho ist ein bekanntes Beispiel." Aber Halos bei Mondkratern sind eher subtil und/oder zerstreut. "Die auf Merkur sind ein besserer Blickfang und ausgeprägter."

Dieser Unterschied kommt vielleicht durch die Gravitation zustande. Die Mondanziehung ist gering. Dunkles Material, welches aus einem Mondkrater hinausfliegt, legt große Entfernungen zurück und wird großflächig verteilt, was die Sichtbarkeit beeinträchtigt. Die Oberflächengravitation des Merkur, auf der anderen Seite, ist mehr als zweimal so stark wie auf dem Mond. Auf Merkur kann Geröll nicht so weit fliegen; es landet dichter und in konzentrierterer Form bei der Einschlagstelle, wo es die Aufmerksamkeit des Auges auf sich zieht.  

see captionRechts: Ein weitere Krater mit einem dunklen Rand nahe Merkurs Südpol. [Mehr]

Nichts davon erklärt den leuchtenden Kraterboden: "Dies ist ein noch größeres Rätsel", sagt Chapman. Oberflächlich ähnelt der Fleck einer Ausdehnung von Eis, das in der Sonne glänzt, aber das ist nicht möglich. Die Oberflächentemperatur des Kraters zur Zeit des Vorbeiflugs betrug etwa 400 Grad Celsius. Vielleicht ist das reflektierende Material teil einer weiteren unterirdischen Lage -- Hell, gemischt mit Dunkel; dies wäre die Marmorkuchen Theorie. "Ich habe bisher keine wirklich überzeugende Lösung von unserem Wissenschaftsteam gehört", fügt er hinzu. "Wir wissen bisher nicht was das für ein Material ist, warum es so hell ist, oder warum es sich in diesem speziellen Krater befindet." 

Glücklicherweise hat MESSENGER vielleicht Daten gesammelt, welche die Forscher benötigen, um dieses Rätsel zu lösen. Spektrometer an Bord des Raumschiffs haben die Krater während des Vorbeiflugs gescannt; die gemessenen Farben sollten schlussendlich die beteiligten Mineralien entlarven. "Die Daten werden noch ausgewertet", sagt Chapman.

Und wenn diese Daten die Antwort nicht enthalten ... ?

Es wird noch zwei weitere Vorbeiflüge geben -- einen im Oktober 2008 und den anderen im September 2009 -- bevor MESSENGER im Jahr 2011 in eine Umlaufbahn um Merkur eintreten wird. In der ganzen Zeit "werden wir diesem Rätsel auf den Grund gehen" -- und vielleicht werden sogar noch viel mehr Rätsel dabei enthüllt.

Diesen Artikel weiterempfehlen
 

Editor: Dr. Tony Phillips | Credit: Science@NASA
Übersetzung: Frank Erhardt (Astrolabium.Net)   

Leserkommentare
 

Kommentare

Maritza Bensien
11 Mär 2008, 14:42
Nach Bearbeitung des Bildes, stellte ich fest, dass die Struktur der gesamten Oberfläche, mehr oder weniger wie ein Kritallgitter wirkt mit der dazugehörigen lokalen Regelmässigkeit. Diese wird "gestört" nur durch die Krater.

Das läßt mich vermuten, dass Merkur sich wegen der Nähe zu der Sonne im kristallinen Zustand befindet, oder dass mindestens die oberste Schicht des Merkurs aufgrund stärkerer Sonnenaktivität in der Vergangenheit auf einmal erhitzt wurde und verglaste. So wird Merkur von einer verglasten Schale umgeben.

Bei Meteoriten-Einschlägen kommt es zu einer chemischen Reaktion zwischen der verglasten Oberfläche und dem Meteoriten. Das Glas verbrannt und wird zum Teil pulverisiert/zur Asche, und zum Teil verglast wieder, abhängig von der Große des Meteoriten.

Die ganze Struktur der Merkur-Oberfläche sieht tatsächlich so aus, wie die Strukturen von vereisten Fensterscheiben.

Ich vermute, dass das Siliciumdioxid in höheren Konzentrationen, als auf der Erde, auf der Oberfläche des Planeten Merkur vorhanden ist, und hier bei Meteoriten-Einschlägen entstehen vielleicht Quarzsand und Alkalimetalle. Letztere sehen silbrig-weiß, glänzend und metallisch aus. Das würde die weißen Flächen innerhalb der Krater erklären.

Diesen Text habe ich auch bei http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com/ gepostet.

Maritza Bensien
*Name:
Email:
Benachrichten, wenn es neue Kommentare gibt
Email nicht anzeigen
*Text:
 
Powered by Scriptsmill Comments Script
Weitere Informationen

Eine Anmerkung zu ersten Malen: Dies ist das erste Mal, dass dunkle Halos auf Merkur beobachtet wurden; helle Krater sah man bereits vorher schon. "Helle Lager wurden in den 1970ern auf den Mariner 10 Bildern vom Merkur, auf einigen Kraterböden beobachtet, aber damals nicht großartig beachtet", sagt Chapman. "Dieser [im Caloris Becken] ist ganz klar das spektakulärere Beispiel."

MESSENGER mission home page

Überraschungen vom Merkur (Science@NASA)

Vorbeiflug am Merkur schafft Voraussetzung für neue Entdeckungen (Science@NASA)

Mercury flyby gallery

The MESSENGER project is the seventh in NASA's Discovery Program of low-cost, scientifically focused space missions. The Applied Physics Laboratory designed, built and operates the spacecraft and manages the mission for NASA. MESSENGER stands for MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry and Ranging.

NASA's Future: The Vision for Space Exploration


Weiteresays 'NASA NEWS'Artikel


THE END


FirstGov - Your First Click to the US Government

NASA
Curator: Bryan Walls
NASA Official: John M. Horack
Last Updated: June 9, 2005
+ Contact NASA