
Die beiden unteren Krater befinden sich in Merkurs riesigem Caloris
Becken, einer Senke mit einem Durchmesser von 1.600
Kilometern, die gebildet wurde als Merkur vor Milliarden von
Jahren mit einem Kometen zusammenstieß. Um einen Maßstab zu
haben, der größere der beiden Krater hat einen Durchmesser
von etwa 24 Kilometern. Beide Krater haben dunkle Ränder,
oder "Halos" und der linke ist teilweise gefüllt mit einem
unbekannten, reflektierenden Material.
Chapman
liefert zwei Erklärungen für die Halos:
1.
Die Schichttorten Theorie -- Es könnte sich eine
Lage aus dunklem Material unter der Oberfläche des Caloris
Beckens befinden, was in den schokoladen-farbenen Rändern um
die Krater herum resultiert, da diese genau bis zur
richtigen Tiefe hinuntergehen. Wenn solch eine Schicht
existiert, ist sie jedoch nicht nur im Becken zu finden.
"Wir fanden mehrere dunkle Halos auch außerhalb des Caloris
Beckens --
diese beiden zum Beispiel, nahe dem Südpol
des Planeten."
2.
Die Einschlags-Glas Theorie -- Thermische Energie von
den Einschlägen schmilzt etwas von Merkurs felsiger
Oberfläche. Vielleicht spritzte geschmolzenes Felsgestein an
den Rand des Kraters, wo es zu einer dunklen, glasigen
Substanz erstarrte. Ähnliche "Einschlags-Schmelzen" findet
man um Krater auf dem Mond und der Erde. Wenn diese
Hypothese stimmt, würden Astronauten die den Merkur
erforschen, auf körnigen Glasscherben spazieren gehen.
Chapman
merkt an, dass es auf dem Mond auch einige dunkel umrandete
Krater gibt -- "Tycho ist ein bekanntes Beispiel." Aber
Halos bei Mondkratern sind eher subtil und/oder zerstreut.
"Die auf Merkur sind ein besserer Blickfang und
ausgeprägter."
Dieser Unterschied kommt vielleicht durch
die Gravitation zustande. Die Mondanziehung ist gering.
Dunkles Material, welches aus einem Mondkrater hinausfliegt,
legt große Entfernungen zurück und wird großflächig
verteilt, was die Sichtbarkeit beeinträchtigt. Die
Oberflächengravitation des Merkur, auf der anderen Seite,
ist mehr als zweimal so stark wie auf dem Mond. Auf Merkur
kann Geröll nicht so weit fliegen; es landet dichter und in
konzentrierterer Form bei der Einschlagstelle, wo es die
Aufmerksamkeit des Auges auf sich zieht.
Rechts:
Ein weitere Krater mit einem dunklen Rand nahe Merkurs
Südpol. [Mehr]
Nichts davon erklärt den leuchtenden Kraterboden: "Dies ist
ein noch größeres Rätsel", sagt Chapman. Oberflächlich
ähnelt der Fleck einer Ausdehnung von Eis, das in der Sonne
glänzt, aber das ist nicht möglich. Die
Oberflächentemperatur des Kraters zur Zeit des Vorbeiflugs
betrug etwa 400 Grad Celsius. Vielleicht ist das
reflektierende Material teil einer weiteren unterirdischen
Lage -- Hell, gemischt mit Dunkel; dies wäre die
Marmorkuchen Theorie. "Ich habe bisher keine wirklich
überzeugende Lösung von unserem Wissenschaftsteam gehört",
fügt er hinzu. "Wir wissen bisher nicht was das für ein
Material ist, warum es so hell ist, oder warum es sich in
diesem speziellen Krater befindet."
Glücklicherweise hat MESSENGER vielleicht Daten gesammelt,
welche die Forscher benötigen, um dieses Rätsel zu lösen.
Spektrometer an Bord des Raumschiffs haben die Krater
während des Vorbeiflugs gescannt; die gemessenen Farben
sollten schlussendlich die beteiligten Mineralien entlarven.
"Die Daten werden noch ausgewertet", sagt Chapman.
Und wenn diese Daten die Antwort nicht enthalten ... ?
Es wird noch zwei weitere Vorbeiflüge geben -- einen im
Oktober 2008 und den anderen im September 2009 -- bevor
MESSENGER im Jahr 2011 in eine Umlaufbahn um Merkur
eintreten wird. In der ganzen Zeit "werden wir diesem Rätsel
auf den Grund gehen" -- und vielleicht werden sogar noch
viel mehr Rätsel dabei enthüllt.
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Editor: Dr.
Tony Phillips | Credit:
Science@NASA
Übersetzung:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)