Ein riesiges Teleskop auf dem Mond, ist seit dem Anfang
des Weltraumzeitalters der Traum eines jeden Astronomen. Ein
Mond-Teleskop von der gleichen Größe wie das Hubble (2,4
Meter im Durchmesser), wäre ein bedeutendes, astronomisches
Instrument. Eines so groß wie das größte Teleskop auf der
Erde -- 10,4 Meter im Durchmesser -- würde wesentlich mehr
sehen als Teleskope auf der Erde, weil der Mond keine
Atmosphäre hat. Aber warum sollte man hier aufhören? In der
schwachen Gravitation des Mondes wäre es vielleicht möglich
ein Teleskop zu bauen, dessen Spiegel einen Durchmesser von
50 Meter hat -- ausreichend um die Chemie auf entfernten
Planeten, die um andere Sterne kreisen, nach Zeichen des
Lebens zu untersuchen.
"Wenn wir alle Materialien von der Erde transportieren
müssten, wären wir durch die Tragkraft der Raketen
eingeschränkt" erklärt Chen. "Aber auf dem Mond ist man
überall von Mondstaub umgeben" -- in Chens Augen, der
Experte auf dem Gebiet der Verbundstoffe ist, eine
wertvolle, natürliche Ressource. Rechts:
Astronauten richten ein Teleskop auf dem Mond auf. Konzept
eines Künstlers. Verbundstoffe sind synthetische Materialien, die durch
Mischen von Fasern oder Granulat, aus verschiedenen Stoffen,
zu Epoxid, das sich dann aushärtet, entstehen. Verbundstoffe
haben zwei wertvolle Eigenschaften: ultraleichtes Gewicht
und außergewöhnliche Stärke. Auf der Erde sind zum Beispiel
Radrahmen, die aus Carbon-Fasern und Epoxid gemacht sind,
sehr beliebt bei Radrennsportlern.
Mit Hilfe einer lange bekannten Technik, genannt
Dreh-Guss, stellte Chen einen kleinen Teleskopspiegel her.
Zuerst formte er eine Scheibe mit einem Durchmesser von 30
Zentimeter aus dem Verbundstoff. Danach brachte er eine
dünne Schicht reines Epoxid darauf, und drehte den Spiegel
mit einer konstanten Geschwindigkeit, während das Epoxid
aushärtete. Die Oberfläche des Epoxids war als parabolische
Form geplant -- genau die Form, die man benötigt, um ein
Bild zu fokussieren. Als das Epoxid ausgehärtet war, brachte
Chen es in eine Vakuumkammer, um eine dünne Schicht
Aluminium auf die Oberfläche zu bringen, und so einen 12
Zoll Teleskopspiegel zu erzeugen. Oben: Die Nanoröhrchen aus Kohlenstoff machen den Verbundstoff
zu einem Leiter. Leitfähigkeit erlaubte es einen großen
Spiegel auf dem Mond, im monatlichen Zyklus von Mondtag
und-Nacht, schnell ein thermisches Gleichgewicht
herzustellen. Es würde den Astronomen auch erlauben, durch
die angebrachten Elektroden am hinteren Teil des Spiegels,
einen benötigten elektrischen Strom anzulegen. Dies bräuchte
man, um so seine parabolische Form zu erhalten, da bei einem
Schwenk des riesigen Teleskops von einer Stelle des
Himmels zu einer anderen, die Anziehungskräfte des Mondes
auf ihn wirken. Um einen Hubble-großen Spiegel aus Mondstaub
herzustellen, müssten Astronauten, nach Chens Berechnungen,
nur 60 kg Epoxid, 1,3 kg Nanoröhrchen aus Kohlenstoff und
weniger als 1 Gramm Aluminium auf den Mond bringen. Der
Hauptteil des Materials -- um die 600 kg Mondstaub -- liegt
sowieso auf dem Mond herum und kostet nichts. "Ich glaube wir haben eine einfache Methode
entdeckt, ein großes, astronomisches Teleskop auf dem Mond
zu bauen, und das zu einem 'nicht-astronomischen' Preis",
sagt Chen. "Ein großes Weltraumteleskop mit Materialien zu
bauen, die vor Ort verfügbar sind, ist nur auf dem Mond
möglich. Diese Möglichkeit kann ein entscheidendes
wissenschaftliches Argument für eine Rückkehr zum Mond
sein." "Es ist grundsätzlich eine großartige Idee, aber auf
dem Mond ist nichts einfach", warnt der Physiker James F. Spann,
der das
Space and Exploration Research Office am Marshall Space
Flight Center leitet. "Einen großen, sich drehenden
Tisch zum Mond zu schicken, wäre eine große Herausforderung.
Wenn wir die Maschine in der staubigen Umgebung auf dem Mond
zum Drehen brächten, wie lange würde es dauern, bis sich
Staub darauf absetzt"? fragt er. Sprühender Aluminiumdampf, in Gegenwart von
allgegenwärtigem Staub, wäre eine weitere Herausforderung,
weil "die Beschichtung von Spiegeln auf der Erde, in
Reinräumen durchgeführt wird. Man muss einige Themen der
Herstellbarkeit lösen." Trotz dieser Bedenken, sieht Spann Vielversprechendes in
Chens Arbeit und er freut sich darauf anzufangen, eine
einfache Verbundstoff Struktur auf dem Mond herzustellen,
etwas wie den Guss von Mauersteinen aus Epoxid und
Mondstaub. "Diese Blöcke wären hilfreich beim Bau von Iglus
oder Unterkünften für Astronauten," sagt er. Danach könnten
die Astronauten beginnen so etwas wie Stäbe, Röhren und
andere Strukturen herzustellen, um so zu lernen, wie Epoxid im Vakuum des Mondes aushärtet, und wie
widerstandsfähig es unter der Einstrahlung des
ultravioletten Lichts von der Sonne ist. Am Ende würde sich
vielleicht zeigen, dass auch ein Teleskop machbar wäre. "Wir
haben viel zu tun, um herauszufinden was möglich ist", sagt
er. Eines ist klar: Der Himmel ist die Grenze, vor allem wenn
man so viel Mondstaub zur Verfügung hat.
Das
ist der Traum von Peter C. Chen, Astrophysiker an
NASAs Goddard
Space Flight Center. Und er möchte es mit Mondstaub bauen --
weil dies vielleicht einfach der ökonomischste Ansatz ist.
"Warum nicht einen Verbundstoff mit Hilfe von
Mondstaub herstellen"? fragt Chen, der auch
außerordentlicher Professor an der Catholic
University of America in Washington, D.C. ist. In seinem
Labor mischte er also NASAs simulierten Mondstaub, genannt
JSC-1A Coarse Lunar Regolith Simulant, mit Epoxid und einer
kleinen Menge Nanoröhrchen aus Kohlenstoff, einer erst
kürzlich entdeckten Form des Kohlenstoffs, die viele
ungewöhnliche und nützliche Eigenschaften besitzt. Das
Ergebnis? "Es kam so hart, stark und dicht heraus wie
Beton."
Autor: Trudy E. Bell | Editor:
Dr. Tony Phillips | Credit:
Science@NASA
Übersetzung + Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
| Weitere Informationen |
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The paper "Moon Dust Telescopes, Solar Concentrators, and Structures," which Peter C. Chen and three colleagues presented at a poster session at the American Astronomical Society meeting in June 2008, appears here. Chen is now in the process of preparing a technical paper for publication. For background about lunar simulants, see "True Fakes: Scientists make simulated lunar soil," and "Development of Standardized Lunar Regolith Simulant Materials." The fact that a spinning liquid naturally assumes a parabolic shape was known at least as early as the nineteenth century. Spin-casting of astronomical telescope mirrors was tried in the 1960s by General Electric (see "Electroforming of Large Mirrors," by F. J. Schmidt, Applied Optics, vol. 5 (5), pp. 719–725, May 1966). The modern pioneer of spin-casting glass mirrors is widely acknowledged to be Arizona physicist Roger Angel at the Steward Observatory Mirror Laboratory; SOML has spin-cast glass as large as 8.4 meters in diameter: more. Examples of the kinds of astronomical science that could be done with large telescopes on the Moon are given in Chapter 4 of the report "Heliophysics Science and the Moon" (September 2007) available here. NASA's Future: US Space Exploration Policy |
Leserkommentare |
Kommentare
Maik Wasik ,Berlin 10 Jul 2008, 18:33
viel glück
Maik Wasik ,Berlin 10 Jul 2008, 18:33
viel glück
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