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Jack´s Schifahren auf dem Mond

Der Schiwetterbericht ist nicht von dieser Welt: klarer Himmel, kein Wind und tiefer Puderschnee. Wir reden vom Mond.

NASA


Dies ist der zweite Teil der Science@NASA Apollo Chroniken.

18. Januar 2006: Das ist mal ein Schiwetterbericht: Klarer Himmel, kein Wind, schöne Abhänge und tiefer Puderschnee -- der wohl nicht innerhalb der nächsten 5 Milliarden Jahre schmelzen wird. Schnappen Sie Ihre Schistöcke und packen Ihre Taschen. 

Vergessen Sie nur nicht Ihren Weltraumanzug, da Sie zum Mond reisen werden.

Die Staubbedeckten Berge des Mondes erinnerten mehr als einen der Apollo Astronauten an ein Märchenland im Winter: "Mein Schianzug liegt bereit," scherzte der Apollo 14 Pilot Ed Mitchell, nachdem er seinen Raumanzug angezogen hatte um im Fra Mauro Krater herumzulaufen. Kommander Al Shepard stimmte dem zu, "Du bist bereit hinauszugehen und im Schnee zu spielen."

"Oh Mann, es ist wundervoll hier draussen! Erinnert mich an Sun Valley (ein Schigebiet in Idaho)," sendete der Apollo 15 Astronaut Jim Irwin von seiner Landestelle, nahe der kurvigen Hadley Rille. Unter den Füßen war der Boden "weich wie Puderschnee." Mehr als 3500 Meter über ihm ähnelte das Mount Hadley Delta dem "Dollar Mountain im Sun Valley, einem Übungshügel mit großartigen Bedingungen für das Schilaufen."

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Oben: Apollo 15 Astronaut Dave Scott besteigt den Fuss des Mt. Hadley Delta. Photo credit: Jim Irwin. [Mehr]

(Nach der Mission beklagte Irwin, "Wenn ich gewusst hätte, dass Sun Valley mich als Gast einladen würde, hätte ich all die anderen großartigen Schigebiete auf der Welt ebenfalls erwähnt!")

"Man ist das ein spaßiger Ritt!" rief Charlie Duke, als er den Apollo 16 Mond Buggy um die Descartes Highlands zum Test fuhr. "Gelegentlich bricht das Heck aus," berichtete er, "aber es ist kein Problem." Vom Beifahrersitz aus warf Kommander John Young ein, "Es ist wie Fahren im Schnee, Houston. Menschenskind!"

Seltsam aber wahr: 400.000 Kilometer von der Erde entfernt, auf einer Welt in der die Mittagssonne den Boden auf über 100 Grad erwärmt, konnten die Apollo Astronauten nicht aufhören über Schnee zu reden.

Niemand war dabei schlimmer als Apollo 17 Geologe Harrison "Jack" Schmitt.

"Zu blöd, dass ich meine Schier nicht dabei habe!" funkte er nach Houston bei einem geologischen Stop im von Bergen umgebenen Taurus-Littrow Tal.

see caption"Jack, hast Du einen Schwenk gemacht dort oben?" Kommander Gene Cernan erinnert Schmitt daran das Gebiet zu fotografieren.

Schmitt: "Nein, habe ich vergessen. Ich dachte nur ans Schilaufen."

Cernan: "Ich werde es machen." Er erledigt den Job selber.

Jack wechselt in eine Schilaufhaltung und gibt wiederholte Geräusche von gleitenden Schiern von sich: "Shhh. Shhh. Shhh. Shhh. Shhh. Shhh. Whoo! Kann meine Linie nicht halten. (Pause) Shhhoomp. Shhhoomp. Etwas schwierig eine gute Hüftbewegung hinzubekommen."

Rechts: "Shhhoomp." Eine Zeichnung von Jack Schmitt, von Ulrich Lotzmann. Copyright 2003, all rights reserved. [Mehr]

Mit Hilfe von Versuch und Irtum um seine Technik zu verbessern, erfand Schmitt schnell eine stocklose Methode für das lunare Schifahren. Ich nenne es "Lunaren Schilanglauf."

"In der niedrigen Gravitation auf dem Mond," erklärt er 35 Jahre später, "kann man über dem Mondstaub schifahren -- und das tat ich. Stellen Sie sich vor wie Sie die Arme und Beine im Stil des Schilanglaufs schwingen. Mit jedem Schubs des Zehs gleitet der Körper vorwärts über den Boden. Schwingen, gleiten, schwingen, gleiten. Die einzigen Abdrücke die man im Mondstaub hinterlässt sind die Schubser der Zehen."

Cernan nennt dies "Springen," und er dachte nicht sehr viel daran, bevorzugte seinen eigenen "Kängaroo Hüpfer" zur Fortbewegung. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Wenn er die Möglichkeit vorhanden gewesen wäre, hätte Schmitt eine Abfahrt probiert: Zeichnung. "Ich glaube, dass Abfahrttechniken sehr gut auf dem Mond funktionieren würden," sagt er. "Es gibt sogar Buckel, die Einschlagskrater auf den Abhängen. Die Gravitation auf dem Mond würde alle Arten von Sprüngen und Hüpfern ermöglichen, die man vielleicht auf der Erde als schwierig empfände."

Es gibt nur ein Problem: Im Gegensatz zu echtem Schee, ist "Mondstaub sehr grob." Die Apollo Astronauten fanden dies heraus, als er auf ihre Raumanzüge gelangte. Mondstaub gelangte in jede Ritze und jeden versteckten Winkel, verursachte undichte Stellen, verstopfte Gelenke und verkrazte Kugellager. Es war eine gewaltige Beeinträchtigung.

Mondstaub ist aufgrund seiner Bildung so agressiv -- durch Gewalt. Milliarden von Jahre trafen große und kleine Asteroiden die Mondoberfläche, zerschlugen Felsen und schmolzen Oberflächengestein zu Glas. Dieser endlose Beschuss hat die schroffen Berge des Mondes abgerundet und in schifreundliche Hänge verwandelt sowie den Mond mit einem puderigen Überrest aus gebrochenen Glas und scharfkantigen Felsen überzogen -- Mondstaub. 

"Um auf dem Mond Schilaufen zu können, benötigte man eine Ausrüstung, welche über dieses grobe Material gleiten könnte. Vielleicht würden Teflon-beschichtete Schier fuktionieren," schlägt Schmitt vor. (Teflon besitzt den niedrigsten Reibungskoeffizienten aller bekannten festen Materialien.)

see captionEs ist gar keine so verrückte Idee. Hier auf der Erde laufen Leute zum Beispiel auf Sanddünen Schi, in den großen Sanddünen des National Park in Colorado. Gewöhnliche Schier, beschichtet mit Silicon Gleitmittel, oder WD-40, rasen die Dünen hinunter als ob es gepflegte Schipisten wären. Schlitten aus Pappe und Klebeband funktionieren ebenfalls gut.

Rechts: Schiläuferin Diane Winger auf Sand des  Great Sand Dunes National Park in Colorado. Photo credit: Charlie Winger. [Mehr]

Aber, warnt Schmitt, "Mondstaub ist sehr viel grober als Sand." Typische Sandkörner auf der Erde sind 250 - 500 Mikron (Millionstel eines Meters) groß und haben abgerundete Kanten. Sie rutschen, gleiten und rollen sehr einfach. Ein typisches Körnchen Mondstaub, auf der anderen Seite, misst weniger als 100 Mikron und hat sehr scharfe Kanten. Die feinen Körnchen kleben zusammen "wie Klettband," sagt Schmitt, "und zerkratzen alles was mit ihnen in Kontakt kommt." Eine Teflonbeschichtung wird vielleicht nicht lange halten.

Zeit ein neues Material zu erfinden? Die NASA kehrt zurück zum Mond, wobei eine erste Welle von Astronauten um das Jahr 2018 eintreffen soll. Das langfristige Ziel ist es einen ständigen Außenposten zu errichten. Schier und Schlitten sind vielleicht gut geeignet für den täglichen Transport oder die Wochenenderholung.

Schmitt wünschte er könnte ebenfalls dabei sein. Der Puderschnee ist nicht von dieser Welt.

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Author: Dr. Tony Phillips | Production Editor: Dr. Tony Phillips | Credit: Science@NASA
 

More Information
The author would like to thank
  • Eric Jones who penned the Apollo Lunar Surface Journal, a must-read for historians of the Apollo program. Many of the radio transmissions and recollections reported in this story come from the Journal.
  • Professor Gary R. Olhoeft of the Colorado School of Mines and Professor Larry Taylor of the University of Tennessee, moondust experts, for key contributions to the narrative.

The Vision for Space Exploration


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THE END


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Curator: Bryan Walls
NASA Official: Ron Koczor
Last Updated: June 9, 2005
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