"Eines
was wir in den vergangenen Jahren gelernt haben", bemerkt Hoover, "ist,
dass man kein 'Goldlöckchen' Gebiet mit perfekter
Temperatur, einem bestimmten pH Wert und so weiter und so
fort benötigt, um Leben entstehen zu lassen." Forscher
fanden Mikroben im Eis, in kochendem Wasser und in
Kernreaktoren. Diese "seltsamen" Extremophilen sind
vielleicht sogar die Norm für Leben anderswo im Universum.
"Mit
unserer diesjährigen Forschung hoffen wir einige neue Limits
für Leben, im Sinne von Temperatur und pH Wert zu
identifizieren. Dies wird uns dabei helfen zu entscheiden,
wo wir auf anderen Planeten nach Leben suchen werden und wie
wir es bemerken, wenn wir es tatsächlich finden."
Hoover
hat bereits einige neue Freunde an kalten Orten gefunden.
Vorher fanden Teams von Hoover neue Arten und Gattungen von
anaeroben mikrobiologischen Extremophilen im Eis und
Permafrost von Alaska, Sibirien,
Patagonien und der
Antarktis.
"Ich fand einen extremophilen
Organismus im Pinguin
Guano", erinnert sich Hoover.
"Als ich mich bückte um es aufzuheben, sagte mein
damaliger Partner Jim Lovell, 'Was macht Du denn nun schon
wieder Richard?' Aber es zahlte sich aus."
Am
erstaunlichsten war allerdings die Freisetzung vor einigen
Jahren, als einige Organismen, welche die Forscher in
Tunneln in Alaska fanden wieder zum Leben erwachten, als das
Eis um sie herum schmolz. Diese Bakterien haben es überlebt
32.000 Jahre eingefroren gewesen zu sein, und waren danach
in der Lage sich wieder "ihren Geschäften" zu widmen,
nachdem sie aufgetaut waren. Wenn mikroskopische Organismen
auf der Erde dazu in der Lage sind, warum nicht auch solche
auf anderen Planeten?
Rechts:
Spirochaeta americana,
Mikroben aus Kaliforniens Mono Lake, die das Extreme lieben. Hoover et al
entdeckte sie während einer früheren Jagd nach extremophilen
Organismen:
Ganze Geschichte
(in Englisch).
Die aktuelle Expedition, die aus Hoover, Valery Galchenko
vom Winogradsky Institute of Microbiology und Dale Anderson
vom SETI Institute, zusammen mit zwei Experten für
Polarlogistik besteht, ist hauptsächlich dazu gedacht, die
Voraussetzungen für eine größere Operation im Dezember zu
schaffen. Das Team testet wichtige Forschungsgeräte und
betreibt Forschung an Seen in der Schirmacheroase, um die
spätere Expedition zu diesen Seen sowie dem Untersee
vorzubereiten. An der Hauptexpedition nimmt ein
internationales Team von 12 bis 14 amerikanischen,
russischen und österreichischen Wissenschaftlern teil, sowie
zwei Lehrer.
Werden diese Expeditionen noch niemals gesehene
mikrobiologische Kreaturen enthüllen, die in der Lage sind
die extremsten Bedingungen zu überleben? Und würde das
bedeuten, dass Leben überall im Kosmos existiert?
"Man
kann eine Menge finden indem man nur die Augen aufmacht",
sagt Hoover. "Die Natur hält immer wieder neue
Überraschungen bereit."
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Author: Dauna Coulter | Editor:
Dr. Tony Phillips | Credit:
Science@NASA
Übersetzung:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)