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21. Februar 2008: Der Weltraum um die Erde herum
ist ein geschäftiger Ort, voll wie ein Kreisverkehr. Mehr
als 500 aktive Satelliten drängeln sich dort oben. Einige
übertragen Radioprogramme, Fernsehprogramme und
Telefonsignale; andere sammeln Informationen über die
Erdatmosphäre und das Wetter; wieder andere helfen den
Leuten auf der Erde den Weg zu finden; und der Rest
beschäftigt sich mit der Weltraumforschung.
Bald
wird der Weltraum um den Mond herum ebenfalls voller werden.
China, Japan, Indien, Russland und die Vereinigten Staaten
von Amerika haben entweder Satelliten geschickt oder planen
dies, um einen Blick von oben auf die Ressourcen und
Eigenschaften des Mondes zu haben.
Warum ist der Mond so anziehend?
Zum einen weil er da ist - in der Nähe. Wir sehen ihn besser
als alles andere im Weltall. Und er ist erreichbar, selbst
durch Länder deren Weltraumprogramme noch in den
Kinderschuhen stecken. Es ist ein großartiger erster Schritt
für sie.
Rechts:
Der sichelförmige Mond über Beijing, China, gesendet von
einem Science@NASA Leser. [Größeres
Bild]
Tatsächlich sind
einige dieser Nationen bereits da: Japan und China umkreisen
derzeit den Mond.
Japans Kaguya Raumschiff, vorher bekannt als SELENE,
erreichte den Mond im Oktober 2007. Seine Mission:
Detaillierte Karten der Mondoberfläche anfertigen; die Suche
nach Wasser (einem Schlüsselelement für zukünftige Besuche
des Menschen) und die Untersuchung des Gravitationsfeldes
des Monds.
Barbara
Cohen, Mondwissenschaftlerin und in ihren Augen
"wahnsinnig", von NASAs Marshall Space Flight Center sagt,
"dass Kaguya derzeit der Mercedes der Missionen ist. Es ist
riesig, besteht aus drei einzelnen Satelliten und hat
exzellente Instrumente an Bord. Es wird eine Menge
nützlicher Vorarbeit leisten, die kein anderer der
derzeitigen Orbiter erledigen könnte. Zusätzlich wird es in
der Lage sein, all seine Instrumente gleichzeitig auf einen
einzigen Punkt auf dem Mond auszurichten."
Kaguyas Hauptsatellit trägt 13
wissenschaftliche Instrumente, inklusive einer HDTV (high-definition TV)
Kamera, die unglaubliche Bilder von Mondlandschaften, die
sich in die Weite erstrecken wie eine nie endende Straße und
man die Erde über dem Horizont aufsteigen sieht, zurück zur
Erde schickt:

Oben:
Ein HDTV Bild des Erdaufgangs über dem Mond. Credit: Japans Kaguya lunar orbiter. [Mehr]
Kaum einen Monat nachdem Japan den Mond erreicht hat folgte
China: Chinas Chang'e-1 Raumschiff trat am 5. November 2007
in eine Mondumlaufbahn ein. Während seiner 1-jährigen
Mission wird es eine Karte des Mondes erstellen, indem es
die gesamte Mondoberfläche 3-dimensional fotografiert.
Dieser Satellit wird als erstes detaillierte Bilder einiger
Gebiete nahe den Polen zurückschicken, in denen sich
wahrscheinlich Wasser befindet.
Chang'e-1
ist das Erste einer Serie von drei Raumschiffen: Chang'e-2
wird ein Landemodul mit einem Rover an Bord sein und Chang'e-3
wird Proben vom Mond zurück zur Erde bringen. Die Chinesen
hoffen eines Tages Menschen auf den Mond schicken zu können,
um einen Außenposten dort zu errichten. Zur Zeit
konzentrieren sie sich jedoch auf den schrittweisen Aufbau
von Wissen und Erfahrung.
Später in diesem Jahr plant Indien seine eigene Chandrayaan-1
Sonde in eine Umlaufbahn um den Mond zu schicken. In Sanskrit
bedeutet "Chandrayaan" "Mondschiff."
Ein von der NASA finanziertes Instrument, der Mond Mineralien
Kartograf, wird mitfliegen und ein Infrarot-Spektrometer
benutzen, um den Mond zu erkunden und uns hochauflösende
Bilder von Lagerstätten der Mineralien liefern. Chandrayaan-2,
geplant für 2010 oder 2011, wird einen automatischen Rover
auf dem Mond absetzen. Der Rover wird auf der Oberfläche
herumfahren und Proben vom Boden nehmen, chemische Analysen
durchführen und die Daten zurück zum Raumschiff in der
Mondumlaufbahn schicken.
Die NASA
nimmt ebenfalls am "Großen Mondrausch" teil. Später dieses
Jahr plant die Agentur den Start des Lunar Reconnaissance
Orbiter (LRO), einem Raumschiff, das vollgestopft ist mit
Instrumenten um den Mond zu kartografieren, und die
wichtigsten Ressourcen zu lokalisieren, von Wasser bis hin
zu Baustoffen.
"Die LRO
Mission wird unter allen aktuellen Missionen zum Mond die am
höchsten aufgelösten Bilder liefern -- etwa 50 cm pro
Pixel", sagt Cohen. "Das bedeutet, dass wir Felsen mit
einem Durchmesser von etwa 60 cm sehen können. Dies erlaubt
es uns nach potentiellen Landestellen Ausschau zu halten, um
das Gebiet dann nach Gefahren abzusuchen, die den Menschen
bei einer Rückkehr zum Mond erwarten könnten. LRO besitzt
auch ein Instrument, das 'Haut-ähnliches Plastik' besitzt,
um Strahlenschäden für die menschliche Haut abzuschätzen."
(Bleiben Sie dran für eine Serie von Science@NASA Artikeln,
die sich mit LRO und seinen Fähigkeiten beschäftigen
werden.)

Oben:
Beispiel eines Satellitenfotos mit einer Auflösung von 50
cm. [Mehr]
Im
Jahr
2011 wird NASAs Gravity Recovery and Interior Laboratory, oder GRAIL,
tiefer in den Mond hineinschauen, um seinen Aufbau und seine
Geschichte zu enthüllen. Diese Mission, Teil von NASAs Discovery Program,
wird Zwillingsraumschiffe mehrere Monate um den Mond fliegen
lassen, um das Gravitationsfeld sehr detailliert zu
vermessen und Fragen über die Bildung der Erde und anderen
Planeten in unserem Sonnensystem beantworten.
Sowohl LRO als auch GRAIL werden wertvolle Informationen für
eine Rückkehr des Menschen zum Mond in den nächsten zehn
Jahren liefern.
Die Amerikaner waren schon da, sagen Sie? Das stimmt, aber
sie blieben nicht lang genug, um mehr als nur an der
Mondoberfläche zu kratzen. Eine Rückkehr hat eine starke
Anziehungskraft. Dr. Wesley Huntress,
Mond Befürworter und Direktor Emeritus am Carnegie Institutions
Geophysical Laboratory, drückt es am besten aus:
"...
viele Nationen mit sich entwickelnden Weltraumprogrammen
haben den Mond im Blick. Es wird eine Renaissance der
Mondforschung in den nächsten Jahrzehnten geben, welche die
Amerikaner nicht verpassen wollen. Die Anziehungskraft des
Mondes auf die Weltraumprogramme weltweit könnte ein
Katalysator für eine neue Ära der Weltraumforschung sein;
eine der internationalen Kooperation1 ...."
Rechts:
Ein 3-D Bild der Mondoberfläche. Credit: Chinas Chang'e-1 lunar
orbiter. [Größeres
Bild]
Eine Rückkehr wäre nicht vollständig ohne einen der
ursprünglichen Mondpioniere: Russland. Nach dem
Wettrennen zum Mond in der 70er Jahren, verbannte die UdSSR
die Mondforschung fast vollständig. Russische
Wissenschaftler hörten jedoch nicht auf, sehnsüchtig zu der
silbernen Kugel am Nachthimmel zu schauen, und erkannten den
großen Wert des Mondes für die Forschung. Jetzt wird das
russische Weltraumprogramm, mit einem Blick auf einen
Außenposten in der fernen Zukunft, wohl innerhalb der
nächsten Jahre sein Luna-Glob Projekt starten. Die Pläne
beinhalten einen Orbiter der 13 Sonden aussetzen wird unter
denen sich sowohl Landesonden, als auch Sonden die in den
Boden eindringen sollen, befinden. So will man Antworten auf
den Ursprung des Mondes und bei der Suche nach Wasser-Eis
finden.
"Einige
der Missionen überlappen sich ein wenig, aber das ist okay
in der Wissenschaft", fügt Cohen hinzu. "Wir decken mehr ab
und bekommen eine bessere Auflösung wenn wir in der Lage
sind Daten von ähnlichen Instrumenten zu kombinieren. Dies
ist zum Teil gewollt. Die NASA möchte sich nicht zu stark
auf andere Länder bei der Sammlung von wichtigen Daten
verlassen, die für eine Rückkehr des Menschen notwendig
sind. Was wenn ein andere Land sein Engagement beendet oder
ein Raumschiff ausfällt? Wir fliegen lieber unsere eigenen
Missionen mit unseren eigenen Instrumenten, um
sicherzustellen die Grunddaten zu erhalten. Danach arbeiten
wir dann auf jeden Fall mit anderen Ländern zusammen, um
Daten auszutauschen, zu verbessern und zu verfeinern."
Wie lange wird es dauern bis der Mond von Satelliten
umkreist wird wie die Erde? Nicht sehr lange wenn man sich
den derzeitigen Mondrausch anschaut. Ende 2011 werden dort
oben schon neun Satelliten herumfliegen. Das ist ein recht
guter Anfang.
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Author:
Dauna Coulter
| Editor:
Dr. Tony Phillips | Credit:
Science@NASA
Übersetzung + Redaktion:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
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