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9. Mai 2008:
Das Spiel mit Schwarzen Löchern ist ein riskantes
Geschäft, speziell für einen Stern, der das Pech hat um
eines zu kreisen. Wenn man einmal annimmt, dass ein Stern
nicht bereits all seinen Wasserstoff und andere Komponenten
verloren hat, spielen die Gravitationskräfte dem Stern übel
mit. Zuerst wird der Stern aus der Form gestreckt, um danach
flachgedrückt zu werden wie eine Flunder. Dies drückt den
Stern so zusammen, dass heftige, interne nukleare
Explosionen daraus resultieren, und sich Schockwellen durch
das gepeinigte Plasma kräuseln. Dies verursacht eine neue
Art von Röntgenausbrüchen, welche die Kräfte, die in der
Umgebung eines Schwarzen Lochs auf seine Begleiter wirken,
verdeutlichen. Das hört sich schmerzhalft an...
Rechts:
Jets die aus einem Schwarzen Loch austreten.
Es ist faszinierend zu versuchen, die Dynamik in der Nähe
eines Schwarzen Lochs zu verstehen, speziell wenn ihm ein
Stern zu nahe kommt.
Kürzlich vorgenommene Beobachtungen einer entfernten Galaxie
deuten darauf hin, dass Material welches von einem Stern in
der Nähe des Kerns der Galaxie angezogen wurde, einen
gewaltigen Röntgen-Flare verursachte, dessen Echos im
umgebenen, molekularen Torus beobachtet werden konnten. Dass
einfallende stellare Gas wurde in die Akkretionsscheibe des
Schwarzen Lochs hineingezogen, und erzeugte dabei eine
riesige Menge Energie in Form eines Flares. Ob der Stern bei
seiner tödlichen Spirale in das Schwarze Loch ganz blieb,
ist unbekannt. Wissenschaftler arbeiten jedoch an einem
neuen Modell eines Sterns, der ein Schwarzes Loch umkreist
und einige Millionen Sonnenmassen hat (angenommen der Stern
kann seine Masse so lange zusammenhalten).
Matthieu Brassart und Jean-Pierre Luminet vom
Observatoire de Paris-Meudon, Frankreich, untersuchen den
Einfluss des Gezeiten-Radius auf den Stern, der nah um ein
Schwarzes Loch kreist. Der Gezeiten-Radius eines
Schwarzen Lochs ist die Entfernung, bei der die
Anziehungskraft auf den Vorderteil des Sterns wesentlich
größer ist als auf seinen hinteren Teil. Dieser Unterschied
führt dazu, dass der Stern unvorstellbar gestreckt wird. Was
als nächstes passiert ist ein wenig seltsam. Innerhalb von
Stunden schwingt der Stern um das Schwarze Loch herum, durch
seinen Gezeiten-Radius, und tritt an dessen anderem Ende
wieder aus ihm heraus. Laut den Wissenschaftlern ist der
heraustretende Stern nicht mehr der gleiche wie vorher. Die
Verformung des Sterns wird in einem Diagramm beschrieben:

(a)-(d): Die Gezeitenkräfte sind schwach und der Stern
bleibt praktisch rund.
- (e)-(g): Der Stern fällt in den Gezeiten-Radius
hinein. An diesem Punkt ist seine Zerstörung eine
beschlossene Sache. Seine Form verändert sich, zuerst
wird er "Zigarrenförmig", wird dann in eine
Pfannkuchen-form gequetscht, wenn die Gezeitenkräfte ihn
in seiner Umlaufbahn flach drücken. Während dieser
"Quetsch-Phase" wurden detaillierte Simulationen der
Hydrodynamik der Schockwellen Bewegung durchgeführt.
- (h): Nachdem er um den Punkt der größten Annäherung (Perihelion)
hindurch geflogen ist, prallt der Stern zurück,
verlässt den Gezeiten-Radius und beginnt sich auszudehnen.
Während er sich vom Schwarzen Loch entfernt, zerbricht er in
Gaswolken.
Man nimmt an, dass während der Stern in der
"Quetsch-Phase" um das Schwarze Loch gezerrt wird, der Druck
so hoch wird, dass starke nukleare Reaktionen auftreten, und
der Stern dadurch erhitzt wird. Die Ergebnisse deuten auch
auf gewaltige Schockwellen hin, die durch das heiße Plasma
rasen. Diese Schockwellen wären stark genug um einen kurzen
(<0,1 Sekunde) Hitzeausbruch (>109 Kelvin)
hervorzurufen, der sich zur Oberfläche des Sterns bewegt und
möglicherweise einen großen Röntgen-Flare oder
Gammastrahlen-Ausbruch produziert. Aufgrund der großen
Erhitzung könnte es sein, dass das meiste Material des
Sterns der Anziehungskraft des Schwarzen Lochs entgeht. Der
Stern wird jedoch nie wieder der alte sein. Er wird zu
enormen Wolken turbulenten Gases umgewandelt.
Brassart und Luminet schätzen, dass es vielleicht
0,00001 Ereignisse pro Galaxie gibt, und auch wenn das sehr
wenig scheint, könnten zukünftige Beobachtungen, wie etwa
mit dem Large Synoptic Survey
Teleskop (LSST), diese Explosionen entdecken. Da das
Universum für harte Röntgen- und Gammastrahlung transparent
ist, sieht man vielleicht sogar mehrere davon pro Jahr.
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Credit:
Science Daily
Übersetzung + Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
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