Schnee auf Merkur?

8. Mai 2008:

Nein, es handelt sich nicht um diesen Schnee, aber Wissenschaftler sagen, dass sich tief im inneren von Merkur "Schnee" aus Eisen bildet, der hin zum Zentrum des Planeten fällt; fast wie die Schneeflocken auf der Erde, die sich in der Atmosphäre bilden und dann zum Boden hinunter fallen. Die Bewegung dieses Eisen-Schnees könnte für Merkurs rätselhaftes Magnetfeld verantwortlich sein. Merkur ist vielleicht der einzige Körper in unserem Sonnensystem, wo dies so vorkommt.

Merkur und Erde sind die einzigen Planeten im Sonnensystem, die ein eigenes Magnetfeld besitzen. Das Magnetfeld von Merkur ist jedoch 100 Mal schwächer als das der Erde, was Wissenschaftler bisher nicht erklären konnten.

Es wird angenommen, dass Merkurs Kern, der hauptsächlich aus Eisen besteht, auch Schwefel enthält, dass den Schmelzpunkt von Eisen hinab setzt und eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines planetarischen Magnetfeldes spielt.

Um den physikalischen Zustand von Merkurs Kern besser zu verstehen, bildeten die Forscher die Bedingungen nach, von denen sie annehmen, dass sie vor Ort bestehen. Sie schmolzen eine Eisen-Schwefel Mischung bei hohem Druck und hohen Temperaturen. 

In jedem Experiment wurde die Eisen-Schwefel Probe mit einem bestimmten Druck zusammengepresst und auf eine spezifische Temperatur erhitzt. Die Probe wurde dann abgeschreckt, in zwei Hälften zerteilt und mit einem Elektronenmikroskop, sowie einem Elektronen Mikroanalysegerät, untersucht.

Wenn die geschmolzene Eisen-Schwefel Mischung im äußeren Kern langsam abkühlt, kondensieren die Eisenatome zu würfelförmigen "Flocken", die hin zum Zentrum des Planeten fallen, sagt Bin Chen, Student an der University of Illinois und leitender Autor des Artikels, der in der April Ausgabe Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde. Wenn der Eisen-Schnee absackt und die leichtere, schwefelhaltige Flüssigkeit, steigt, werden Konvektionsströme erzeugt, die den Dynamo antreiben und das schwache Magnetfeld des Planeten hervorrufen.

Die Forscher sagen, dass ihre Entdeckungen einen neuen Kontext für die Daten liefern, die mit NASAs MESSENGER Raumschiff gesammelt werden, das am 6. Oktober 2008 zum zweiten Mal an Merkur vorbeifliegen wird. Es wird den Planeten dann erneut im September 2009 passieren und im März 2011 in eine Umlaufbahn einschwenken.

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Credit:
Eureka Alert
 
Übersetzung + Editor: Frank Erhardt (Astrolabium.Net)

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