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28. Mai 2008:
Unsere Sonne schleudert periodisch Ströme aus heißem,
ionisiertem Gas in das Sonnensystem. Diese Ausbrüche,
genannt koronale Massenausbrüche (CMEs), stellen für
Astronauten und Satelliten eine mögliche Bedrohung dar, wenn
sie in Richtung Erde zeigen. Am 9. April brach ein CME aus,
und da der Ausbruch an der Kante der Sonne geschah, konnte
er detaillierter als jemals zuvor, von einer ganzen Flotte
von Raumschiffen, beobachtet werden. Es wurden Details
enthüllt, die zwar von Computern vorhergesagt werden, aber
ansonsten, selbst für spezialisierte Raumschiffe für die
Sonnenbeobachtung, schwierig zu beobachten sind. Diese
Beobachtungen versetzten die Astronomen in die Lage, eine
Animation dieses spektakulären Ereignisses anzufertigen.

Wenn ein CME auftritt, müssen sich die Raumschiffe, die dieses Ereignis
beobachten, vor der hellen Röntgenstrahlung, des zum CME
gehörigen Sonnen-Flares, schützen. Da der CME vom 9. April
jedoch an der Kante der Sonne, von der Erde betrachtet,
auftauchte, konnte man ihn von hier aus auch nicht sehen,
was längere Belichtungszeiten ermöglichte, die mehr und
schwächere Strukturen als normalerweise enthüllten.
“Beobachtungen wie diese sind sehr selten", sagt der
Astronom Ed DeLuca vom Smithsonian.
Mit Hilfe des vom Smithsonian entwickelten
Röntgenteleskops (XRT), an Bord des Japanischen Satelliten
Hinode, der die Sonne beobachtet, sahen die Astronomen eine
spiralförmige, magnetische Struktur, wie sie sich
abwickelte, als sie die Sonne während des CMEs verließ.
Solch eine Abwicklung kann Energie freisetzen, weil sich der
Zustand des Magnetfeldes ändert -von mehr verdreht, hin zu
weniger verdreht. Der Ausbruch wird dadurch zusätzlich mit
Energie versorgt.
Stunden später enthüllte das XRT einen Zustrom von
Material, hin zu einem Ereignis, dass als helle Linie
auftauchte -- tatsächlich ein Objekt, das als Stromschicht (Current
Sheet) bekannt ist, gesehen Edge On. Eine Stromschicht ist
eine dünne, elektrisierte Schicht aus Gas, in der sich
entgegengesetzt ausgerichtete Magnetfeldlinien gegenseitig
vernichten. Dieser Prozess ist als magnetische
Wiederverbindung bekannt. Die erweiterte Beobachtung vom XRT zeigt,
dass Magnetfeldlinien, für mehrere Stunden nach dem
Ausbruch, in Richtung der Stromschicht fließen. Dabei
bewegen sie sich zuerst in Richtung der Schicht, und dann
hinunter zur Oberfläche der Sonne.
Die Astronomen waren in der Lage eine
Animation (18MB mov) des Ereignisses anzufertigen.
Sie bestimmten, dass die Temperatur der Stromschicht
zwischen 2,7 und 10 Millionen Grad Celsius liegt. Dies
stimmt mit vorausgegangenen Messungen überein, die in
höheren Schichten der Korona, mit dem
Ultraviolet Coronagraph Spectrometer an Bord des SOHO
Raumschiffs, durchgeführt wurden.
Astronomen untersuchen diese Explosionen, weil sie
hoffen, so in die Lage zu kommen, sie vorherzusagen und
"Weltraumwetter" Vorhersagen liefern zu können.
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Credit:
Harvard Smithsonian Center for Astrophysics
Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
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