Supernova während der Explosion beobachtet

22. Mai 2008:

Der Swift Satellit hat eine weitere, zufällige Entdeckung gemacht. Dieses Mal, und zum ersten Mal überhaupt, fanden die Astronomen einen Stern, der gerade dabei ist, sich zu einer Supernova zu entwickeln. Diese Sternexplosionen wurden schon vorher beobachtet, aber immer nachdem das Feuerwerk schon im Gange war. "Seit Jahren träumten wir davon, einen Stern zu sehen, der gerade explodiert. Dann wirklich einen zu finden, passiert einem nur einmal im Leben", sagt Alicia Soderberg von der Princeton University, die die internationale Gruppe leitet, welche diese Explosion untersucht. "Diese neugeborene Supernova wird der 'Stein von Rosette', der Supernovae Untersuchungen der nächsten Jahre sein."

Unten: Ultraviolett Bilder der Supernova 2008d. Eigentlich wollten die Wissenschaftler die Supernova 2007uy untersuchen. Credit: NASA



Im Januar 2008 erwartete Soderberg eine Monate alte Supernova zu untersuchen. Als sie und ihr Assistent aber die Röntgenemissionen untersuchten, die von NASAs Swift Satelliten übermittelt wurden, sahen sie ein extrem helles Licht, das vom Himmel zu springen schien. Sie wussten es zu dieser Zeit noch nicht, aber sie waren in diesem Augenblick die ersten Astronomen, die einen Stern direkt bei der Explosion gefunden hatten. 

"Früher -- letztes Jahr -- fanden die Leute Supernovae durch ihr Licht im optischen Bereich, und untersuchten sie dann, um herauszufinden was für ein Stern explodiert war, wie der Mechanismus dahinter aussieht und was dabei produziert wird", sagt Robert Kirshner, ein Astronomie Professor an der Harvard University. "Aber dies ist etwas Neues -- die Röntgenstrahlung kommt direkt zum Anfang und liefert einen frühen Hinweis auf das Ereignis."

Soderberg betrachtet die Entdeckung als einen extrem glücklichen Zufall. Der Satellit war zur richtigen Zeit auf den richtigen Ort ausgerichtet, sagt sie, weil sie Neil Gehrels, Swifts leitenden Wissenschaftler an NASAs NASAs Goddard Space Flight Center, darum bat ihn in diese Richtung blicken zu lassen, um nach einer anderen Supernova zu schauen. Und während sie in einer Vorlesung war, bat sie ihren Kollegen Edo Berger, für sie einen Blick auf die Daten zu werfen. 

"Dies ist wirklich eine glückliche Verknüpfung von Ereignissen -- eine Überraschung", sagt Soderberg. "Nach ein paar Minuten war alles wieder vorbei."

Oben: Die Supernova 2008d im Röntgenbereich aufgenommen. Credit: NASA

Andere Observatorien richteten ihre Teleskope ebenfalls auf die Sternexplosion aus, und beobachteten das Ereignis im Detail. Mit dabei waren das Hubble Space Teleskop, das Chandra Röntgenobservatorium, Palomars 60- und 200 Inch Teleskope, das Gemini Observatorium sowie das Kitt 1 Teleskop in Hawaii,  das Very Large Array und Apache Point Observatorien in New Mexiko. Dies erlaubt eine sehr detaillierte Untersuchung des Ereignisses.

Eine typische Supernova ereignet sich, wenn der Kern eines massiven Sterns seinen nuklearen Brennstoff verbraucht hat und aufgrund seiner eigenen Anziehungskraft in sich zusammenfällt, um dann ein ultra-dichtes Objekt, namens Neutronenstern, zu bilden. Der neugeborene Neutronenstern zieht sich erst zusammen und prallt dann wieder zurück, was eine Schockwelle hervorruft, die durch die äußeren Gasschichten des Sterns rollt, und den Stern in tausend Stücke sprengt. Bis jetzt haben Astronomen Supernovae immer erst Tage oder Wochen nach dem Ereignis gefunden, wenn die sich ausdehnende Hülle aus Trümmern, durch den Zerfall von radioaktiven Elementen, die bei der Explosion produziert wurden, mit Energie versorgt wurde. 

 

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Credit:
Princeton University Press release
 
Editor: Frank Erhardt (Astrolabium.Net)

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