Karte der Milchstraße (erneut) geändert

Erst gestern wurde bekannt gegeben, dass die Milchstraße von einer 4-Arm Spiralgalaxie zu einer 2-Arm Spiralgalaxie heruntergestuft wurde. Dies ist jedoch nicht die einzige Veränderung, die wir derzeit für unsere Heimatgalaxie präsentiert bekommen: ein Projekt, welches eine Karte der Milchstraße erstellt, hat Sterne in der Galaxie entdeckt, die sich langsamer und auf elliptischeren Bahnen bewegen, als vorausgesagt wurde. Dies bedeutet, dass wir das Bild unserer eigenen Nachbarschaft erneut neu zeichnen müssen. 

Rechts: Diese Karte der nahen Seite der Milchstraße, eine Kombination eines künstlerischen Konzepts mit echten Daten, zeigt mehrere Spiralarme. Die Sonne (roter Punkt) befindet sich zwischen zwei solcher Arme. Blaue Punkte bezeichnen Geburtsstätten von Sternen, dessen Entfernungen mit Hilfe der Parallaxe genau bestimmt wurden. Credit: Bill Saxton (NRAO) and Mark Reid (CfA)

 

 

Astronomen haben mit dem Very Large Base Array (VLBA) - einer Zusammenarbeit von zehn Radioteleskopen, verteilt in den Vereinigten Staaten - die Positionen von Masern, in 12 Stern-formenden Gebieten in der Milchstraße, verfolgt. Sie nutzten die Parallaxe, um die Entfernung zu den Masern zu bestimmen, und kombinierten diese Informationen dann mit der Verschiebung der Maser am Himmel. So ergab sich ein 3-dimensionales Bild ihrer Bewegung.

Eine Karte der Milchstraße zu zeichnen ist eine große Herausforderung, da wir nur einen Edge-On Blick auf die Galaxie haben, in der wir uns befinden. Um das Ganze noch schwieriger zu machen, ist die Galaxie voll von Staub und Gas, die den Blick im sichtbaren Lichtspektrum verhunzen. Die Verwendung von VLBAs Radioantennen machte es jedoch möglich Körper zu verfolgen, die Radiowellen aussenden, da Radiowellen besser als Licht durch Materie reisen. Weil das VLBA als ein riesiges Teleskop arbeitet, kann es die Positionen von Sternen sehr genau bestimmen.

"Derzeit hat unsere Karte der Milchstraße noch immer Gebiete auf denen steht, 'Hier gibt es Drachen.' In zehn Jahren werden diese Gebiete ausgefüllt sein", sagte Mark Reid vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Reid präsentierte diese Entdeckungen auf dem 212. Treffen der American Astronomical Society.

Links: Very Long Baseline Interferometry liefert eine extrem hohe Präzision, das die Parallaxen Technik auch für viele weitere Objekte am Himmel praktikabel macht. Die Parallaxe bedeutet, dass die kosmische Entfernung direkt gemessen wird, indem man die leichte Verschiebung der scheinbaren Position eines Objekts, ausgelöst durch die Bewegung der Erde, misst.Credit: Bill Saxton, NRAO/AUI/NSF

Die beobachteten Sterne bewegen sich nicht auf einer netten Kreisbahn, sondern verfolgen einen elliptischen Orbit. Frühere Karten der Milchstraße nahmen an, dass sich das Material in unserer Galaxie, auf kreisförmigen Bahnen um das Zentrum bewegt. Das die Sterne offenbar nicht solch einer Kreisbahn folgen, kam daher auch etwas überraschend. 

Die Sterne bewegen sich wahrscheinlich langsamer, da sie Drehmoment verlieren, wenn sie mit anderer Materie in der Galaxie interagieren, und durch so genannte 'Dichte Wellen' fliegen. 

Dies ist vielleicht nicht das letzte Mal, dass die Karte der Milchstraße geändert werden muss. Die Europäische Weltraumagentur will 2011 den Gaia Satelliten ins All schicken. Er wird eine 3-dimensionale Karte von 1 Milliarde Sterne anfertigen, die sich bis zu 30.000 Lichtjahre von der Erde entfernt befinden.

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Credit:
CfA Press Release
 
Editor: Frank Erhardt (Astrolabium.Net)

Weitere Informationen
 1 Interstellarer Maser:

Ein interstellarer Maser wird durch Interaktion zwischen energiereichem Sternenlicht mit einem in der Nähe liegenden Gebiet, welches reich ist an Molekülen, gebildet. Der erste wurde 1965 gefunden. Diese Bedingungen findet man speziell in Gebieten in denen Sterne gebildet werden, sowie bei alten Sternen, die ihre Masse verlieren.  


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Wenn man in einem Helikopter sitzen und einen Stau beobachten würde, käme es einem vor, als ob dieser eine feste Einrichtung ist. Tatsächlich aber verlassen Autos mit der selben Rate den Stau, wie neue hinzukommen. Der Stau bleibt also bestehen, obwohl die verursachenden Autos ständig ausgewechselt werden. So ist es auch mit den Spiralarmen unserer Galaxie: sie sind Orte an denen die Materie in der Galaxie komprimiert vorkommt. Aber auch dort verlassen Sterne den Stau und neue kommen hinzu. Der Arm sieht also permanent aus - über die Zeit wechseln sich seine Bewohner, Sterne, Gas und Staub aber aus.  Quelle: Phil Plaits Bad Astronomy






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