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Der arme Braune Zwerg. So gerne wäre er ein echter Stern.
Mit einer Masse von nur 3% der Sonnenmasse, besitzen Braune
Zwerge nicht dem Gravitationsdruck, der für den Start der
Fusionsprozesse in ihrem Kern notwendig wäre. Anstelle von
hell leuchtenden Objekten, sind sie dunkle, kleine Sterne,
die für Äonen vor sich hin dampfen. Da sie so klein und
dunkel sind, ist es fast unmöglich sie zu finden, geschweige
denn zu wiegen. Aber genau das hat jetzt ein Team von
Astronomen geschafft. Sie sammelten genaue Messungen der
kleinesten bisher beobachteten Masse, eines frei fliegenden
Objektes.
Rechts:
Infrarot Bild des sehr kalten
Binärsystems 2MASS 1534-2952AB, das aus zwei Methan Braunen
Zwergen besteht. Credit: Dr. Michael Liu (Institute for
Astronomy, University of Hawaii).
Wenn es darum geht ein Stern zu sein, ist Masse alles. Unter
einem bestimmten Punkt - der etwa bei 7% der Sonnenmasse
liegt - hat er nicht genug Druck, um die Nukleare Fusion in
seinem Kern zu starten. Während die Temperatur unserer Sonne
fast 6.000 Kelvin beträgt, sind Braune Zwerge mit 700 Kelvin
nur etwas heißer als ein Ofen. Ein typischer Brauner Zwerg
gibt 1/300.000 der Energie unserer Sonne ab. Wie gesagt,
kalt und schwer zu finden.
Der genaueste Weg eine Masse zu bestimmen, ist die Suche
nach einem Binärobjekt, dort wo ein Brauner Zwerg ein
anderes Objekt umkreist. Dies kann etwa ein Stern mit
höherer Masse, oder auch ein anderer Brauner Zwerg sein.
Astronomen von Hawaii und Australien haben nun genau dies
getan.
Denken Sie zurück an den Physikunterricht in der Schule.
Johannes Keppler hat im 17. Jahrhundert als erster bewiesen,
dass die Gesamtmasse jedes Binärsystems, durch die präzise
Messung der Umlaufzeiten und Größe der Umlaufbahnen bestimmt
werden kann. Wenn man die Umlaufperiode genau messen kann,
ist die Masse einfach zu berechnen.

Links: Infrarot Bild
des Binärsystems HD 130948BC (oben links, in einer
Umlaufbahn um einen sonnen-ähnlichen Stern herum, dem man
unten rechts erkennt.)Credit: Mr. Trent Dupuy and Dr.
Michael Liu (Institute for Astronomy, University of Hawaii)
Die Messung dieser Umlaufperiode war der Trick. Trent Dupuy
vom University of Hawaii's Institute
for Astronomy sagt, "dies sind sehr anspruchsvolle
Messungen, weil Binärsysteme von Braunen Zwergen nur eine
winzige Trennung haben und sich einander sehr langsam
umkreisen. Wir benötigten die schärfsten Messungen, die mit
aktuellen Teleskopen möglich sind, um ihre Bewegung präzise
zu messen."
Sie sammelten die Daten mit dem 10-Meter Keck II Teleskop
auf der Spitze von Hawaiis Mauna Kea. Das Keck II ist mit
einer adaptiven Optik ausgestattet, die für diese Aufgabe
perfekt geeignet ist.
Das Team bestimmte die Masse von zwei Binärsystemen, die
aus Braunen Zwergen bestanden. Eines bestand aus zwei
"Methan" Braunen Zwergen - den kältesten Braunen Zwergen die
man kennt. Die Gesamtmasse der beiden Objekte betrug 6% der
Sonnenmasse, also wog jeder der Braunen Zwerge 3% der
Sonnenmasse. Das andere Paar bestand aus zwei wärmeren,
"staubigen" Braunen Zwergen, mit insgesamt 11% der
Sonnenmasse.
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Credit:
IFA News Release
Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
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