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30. April
2008:
Zum ersten Mal wurde jetzt der
extremste Zusammenstoß der im All auftreten kann beobachtet.
Es ist bekannt, dass Galaxien supermassive Schwarze Löcher
in ihren Kernen beherbergen. Sollten die Galaxien
kollidieren, werden Gezeitenkräfte die Sterne, welche um den
galaktischen Kern kreisen, massiv stören. Wenn die Kerne
massiv genug sind, könnte das Schwarze Loch in der
Gravitationsanziehung gefangen werden. Bilden die Schwarzen
Löcher ein neues, super-supermassives Schwarzes Loch? Drehen
sich die beiden Schwarzen Löcher, wickeln sich auf und
werden voneinander weg geschleudert? Es sah aus, als ob
beides möglich wäre. Jetzt aber haben Astronomen Hinweise
beobachtet, dass ein Schwarzes Loch von seiner Muttergalaxie
weggeschleudert wurde, nachdem diese mit einer größeren
Begleitgalaxie kollidierte.

Das gleiche Forscherteam, das die erstaunliche Entdeckung
der Struktur des Torus eines Schwarzen Lochs machte, indem
sie die Lichtabstrahlung eines Röntgenflares (der von
Materie stammte, die in das Schwarze Loch fällt)
analysierten, beobachteten eines dieser Schwarzen Löcher,
wie es aus seiner Muttergalaxie herausgestoßen wurde. Was
löste diese unglaubliche Ereignis aus? Die Kollision mit
einem anderen, größeren Schwarzen Loch.
Stefanie Komossa und ihr Team vom Max Planck Institute
für extraterrestrische Physik (MPE) machten diese
Entdeckung. Ihre Arbeit wird am 10. Mai in den
Astrophysical Journal Letters veröffentlicht und
überprüft etwas, was bisher nur in Computersimulationen
nachgestellt wurde. Die Modelle sagen voraus, dass wenn zwei
schnell rotierende Schwarze Löcher anfangen sich einander zu
nähern, ihre Gravitationsstrahlung durch die kollidierenden
Galaxien abgegeben wird. Da die Wellen hauptsächlich in eine
Richtung strahlen, nimmt man an, dass sich die Schwarzen
Löcher aufwickeln. Man kann sich diese Situation vorstellen
wie zwei sich drehende Kreisel, die sich immer weiter
annähern, bis sie sich treffen. Aufgrund ihres hohen
Drehmoments erfahren die Kreisel einen "kick", der
sie sehr schnell in die andere Richtung stößt. Das ist
grundsätzlich das Gleiche was zwei supermassive Schwarze
Löcher tun sollten, was nun auch beobachtet wurde. Des
Weiteren wurde die Geschwindigkeit des weggeschleuderten
Schwarzen Lochs durch Analyse der spektroskopischen
Emissionslinien des umgebenen Gases (seiner
Akkretionsscheibe) gemessen. Es bewegt sich mit einer
Geschwindigkeit von 2650 km/s. Die Akkretionsscheibe wird
das Schwarze Loch, auf seiner Reise durch das Universum,
weiterhin Millionen Jahre lang füttern.
Links:
Illustration: MPE. Optisches Bild: HST
Um sicherzustellen, dass es sich wirklich um ein
abgepralltes Schwarzes Loch handelt, hat Komossa die
Muttergalaxie analysiert und heißes Gas, das
Röntgenstrahlung emittierte, an der Stelle gefunden, wo die
Kollision stattgefunden hatte.
Jetzt hoffen Komossa und ihr Team die Fragen zu
beantworten, welche diese Entdeckung aufgeworfen haben:
Bildeten sich Galaxien und Schwarze Löcher im frühen
Universum gemeinsam? Oder gab es eine Population von
Galaxien, die ihrer Schwarzen Löcher beraubt wurden? Und
wenn dies so war, wie hat es die Entwicklung dieser Galaxien
beeinflusst, im Vergleich zu denen die ihr Schwarzes Loch
behielten?
Man hofft, dass die kombinierten Beobachtungen vom All
und der Erde aus, vielleicht noch mehr dieser "Superkicks"
finden und diese Fragen beantworten können. Die Entdeckung
von Gravitationswellen würde dabei ebenfalls helfen, da
dieses Kollisionsereignis vorhersagt, dass dabei sehr starke
Gravitationswellen durch das Universum geschickt werden.
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Credit:
Max-Planck-Institut
für extraterrestrische Physik
Übersetzung + Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
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