8. Mai 2008: Zwei Jahrzehnte der Prüfung von Saturn
sind vorüber und zahlen sich endlich aus. Wissenschaftler
entdeckten ein Wellenmuster, oder Oszillation, in Saturns
Atmosphäre, das nur alle 15 Jahre von der Erde aus zu sehen
ist. Oben: Wellenmuster in
Saturns oberer Atmosphäre, dass nur alle 15 Jahre von der
Erde aus zu sehen ist. Credit:
NASA/JPL
Diesen
Artikel weiterempfehlen
Die Entdeckung des Wellenmusters ist das Ergebnis einer 22
Jahre andauernden Kampagne, den Saturn von der Erde aus zu
beobachten (die längste Untersuchung der Temperatur
außerhalb der Erde, die jemals durchgeführt wurde), sowie den
Beobachtungen des Cassini Raumschiff der
Temperaturänderungen in der Atmosphäre des riesigen
Planeten, über die Zeit.
Die Cassini Ergebnisse im Infrarotbereich, die in der
gleichen Ausgabe der "Nature" erscheinen, wie die Daten der
22 Jahre dauernden Beobachtung von der Erde aus, zeigen,
dass Saturns Wellenmuster den Mustern ähneln, die man
auch in der oberen Atmosphäre der Erde findet. Die
Oszillation auf der Erde dauert etwa zwei Jahre. Ein
ähnliches Muster auf Jupiter dauert mehr als vier Jahre. Die
neuen Entdeckungen liefern einen gemeinsamen Nenner für
diese drei Planeten.
Genau wie Wissenschaftler die Klimaveränderungen in der
Erdatmosphäre über lange Zeiträume beobachten, haben NASA
Wissenschaftler die Veränderungen in Saturns Atmosphäre
untersucht. Glenn Orton von NASAs Jet Propulsion Laboratory
in Pasadena, Calififornia sagt, dass Geduld der Schlüssel
bei der Untersuchung von Veränderungen während eines
Saturnjahres ist, dass etwa 30 Erdjahre dauert.
"Man konnte diese Entdeckung nur machen, indem man
Saturn über einen langen Zeitraum beobachtete", sagt Orton,
Hauptautor der Untersuchung von der Erde aus. "Es ist wie
das Äquivalent von 22 Jahren Puzzleteilen zusammenzusetzen,
die durch eine sehr gewinnbringende Zusammenarbeit von
Studenten und Wissenschaftlern weltweit, mit verschiedenen
Teleskopen, gesammelt wurden."
Das Wellenmuster wird als atmosphärische Oszillation
bezeichnet. Es kräuselt sich innerhalb von Saturns oberer
Atmosphäre hin und her. In diesem Gebiet ändern sich die
Temperaturen von einer Höhe zur nächsten, wie ein
gestreifter Lolli, in einem heiß-kalt Muster. Diese
variierenden Temperaturen führen dazu, dass sich die Winde
in diesem Gebiet ständig von Westrichtung in Ostrichtung
ändern - hin und wieder zurück. Als Ergebnis oszilliert die
gesamte Region wie eine Welle.
Ein "Schnappschuss" der heiß-kalt Temperaturmuster in
Saturns Atmosphäre wurde vom Cassini Raumschiff mit Hilfe
seines Composite Infrared Spektrometers aufgenommen.
Zusammen mit Daten von der Erde, enthüllte der
"Schnappschuss" weitere interessante Phänomene. Unter ihnen:
die Temperatur an Saturns Äquator wechselt von heiß zu kalt,
und Temperaturen auf beiden Seiten des Äquators, wechseln
alle halbe Jahr (Saturn-Jahre) von kalt zu heiß.
Mike Flasar, co-Autor des Cassini Artikels und leitender
Forscher für Cassinis Composite Infrared Spektrometer an
NASAs Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Md. sagte,
dass Cassini dabei half diese Oszillationen, mit der
Beobachtungskampagne vom Boden aus, zu kombinieren.
"Es ist eine großartige Synergie die Daten zu nutzen, welche
über die Zeit vom Erdboden aus aufgezeichnet wurden, und
dann noch direkt vorbeizuschauen und die Oszillationen in
Saturns Atmosphäre aus der Nähe zu beobachten", sagt Flasar.
"Ohne Cassini hätten wir die Struktur der Oszillationen
vielleicht nie im Detail sehen können."
Cassini Wissenschaftler hoffen herauszufinden, warum sich
dieses Phänomen auf Saturn mit den Jahreszeiten verändert
und warum der Temperaturwechsel genau dann passiert, wenn
die Sonne direkt über Saturns Äquator steht.
Credit:
Übersetzung + Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
| Leserkommentare |
Kommentare
Alexander G. 12 Mai 2008, 05:25
Mich würde interessieren, ob es Wellenmuster auch bei anderen Planeten,
z.B. Jupiter oder Uranus, gibt. Alexander
Powered by Scriptsmill Comments Script
|


RSS Newsfeed