20. Mai 2008: Auch wenn das Universum Milliarden Galaxien enthält,
machen sie nur einen kleinen Teil der gesamten Materie aus.
Der größte Teil der Materie im Universum, der während und
kurz nach dem Urknall erzeugt wurde, muss sich irgendwo
anders befinden. Astronomen sagen, dass sie jetzt, bei einer intensiven
Suche im lokalen Universum, auf jeden Fall die Hälfte der
fehlenden, normalen Materie, genannt Baryonen, im Raum
zwischen den Galaxien gefunden haben. Dieser wichtige Teil
des Universums ist bekannt als "Intergalaktisches Medium",
oder IGM, und er breitet sich grundsätzlich im gesamten
Weltraum aus -- vom Raum direkt außerhalb unserer
Milchstraße bis hin zu den entferntesten, den Astronomen
bekannten Regionen. Die Frage "wo sich die lokalen Baryonen befinden, und
welche Eigenschaften sie haben", wurde mit größerer
Sicherheit als jemals zuvor beantwortet. "Wir denken die Fäden einer netzartigen Struktur zu
sehen, die das Rückgrat des Universums bildet", erklärt Mike Shull
von der University of Colorado. "Was wir genau
bestätigen können ist, dass der intergalaktische Raum, der
auf den ersten Blick leer erscheint, tatsächlich ein Lager
für die meiste, normale baryonische Materie im Universum
ist." Hubble Beobachtungen, die vor fast zehn Jahren von Todd
Tripp und seinen Kollegen gemacht wurden, zeigten zuerst den
heißesten Teil der fehlenden Materie im lokalen Universum.
Diese Untersuchung wertete spektroskopische Observationen
eines Quasars aus, um auf dem Weg zu diesem Objekt, nach
absorbierendem intergalaktischen Gas Ausschau zu halten. In der heutigen Ausgabe des Astrophysical Journal,
berichten Charles Danforth und Shull von Beobachtungen von
28 Pfaden zu solchen Quasaren. Ihre Analyse stellt die
bisher detaillierteste Beobachtung des IGMs, in der Umgebung
bis etwa vier Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt,
dar. Baryonen sind Protonen, Neutronen und andere subatomare
Teilchen, aus denen die gewöhnliche Materie, wie etwa
Wasserstoff, Helium und schwerere Elemente besteht.
Baryonische Materie formt Sterne, Planeten, Monde, sowie
interstellares Gas und Staub, aus dem neue Sterne geboren
werden. Astronomen weisen darauf hin, dass baryonische Materie
nicht mit "Dunkler Materie" verwechselt werden darf. Diese
rätselhafte und exotische Form der Materie kann nur durch
ihre Anziehungskraft entdeckt werden. Danforth und Shull, vom Department of Astrophysical
and Planetary Sciences an der University of Colorado in
Boulder, schauten nach der fehlenden baryonische Materie, indem sie das Licht von entfernten Quasaren (dem
hellen Kern von Galaxien mit einem aktiven Schwarzen Loch)
auf Spinnennetz-artige Strukturen hin untersuchten, welche
den augenscheinlich unsichtbaren Raum zwischen den Galaxien
durchzieht, so wie eine Lampe durch den Nebel scheint. Mit Hilfe des Space Telescope Imaging Spectrograph (STIS),
an Bord von NASAs Hubble Weltraumteleskop, und NASAs Far
Ultraviolet Spectroscopic Explorer (FUSE), fanden die
Astronomen heißes Gas, zumeist Sauerstoff und Wasserstoff,
was eine dreidimensionale Untersuchung des
intergalaktischen Raums ermöglichte. STIS und
FUSE fanden die spektralen "Fingerabdrücke" von Sauerstoff
und Wasserstoff, welches das Licht der Quasare überlagerte. Es wurde gemessen, dass das helle Licht der Quasare, mehr
als 650 Fäden Wasserstoff des kosmischen Netzes
durchdrang. 83 Fäden wurden durch stark ionisierten
Sauerstoff geschnürt, bei dem fünf Elektronen fehlen. Man nimmt an, dass die Gegenwart von stark ionisiertem
Sauerstoff (und anderen Elementen) zwischen den Galaxien,
auf große Mengen unsichtbaren, heißen, ionisierten
Wasserstoff im Universum zurückzuführen ist. Die enormen
Mengen Wasserstoff entzogen sich ihrer Entdeckung, weil sie
zu heiß sind, um im sichtbaren Licht gesehen, und noch zu
kalt, um im Röntgenbereich, gesehen werden zu können. Die Sauerstoff "Spur" wurde wahrscheinlich durch
explodierende Sterne in Galaxien gelegt, als diese
Sauerstoff in den intergalaktischen Raum schleuderten, wo
dieser
sich durch eine Schockwelle mit dem existierenden
Wasserstoff vermischte, was den Sauerstoff auf sehr hohe
Temperaturen erhitzte. Das Team fand auch heraus, dass etwa 20 Prozent der
Baryonen sich in den leeren Räumen zwischen den Netzartigen
Filamenten befinden. Innerhalb dieser Leerräume könnten sich
dunkle Zwerggalaxien und Materiebüschel befinden, aus
denen sich in Milliarden Jahren Sterne und Galaxien
entwickeln könnten. Die Untersuchung dieses riesigen kosmischen Netzes, wird
eines der Hauptziele für den Cosmic Origins Spectrograph (COS) sein. Der COS ist ein
neues wissenschaftliches Instrument, dass Astronauten auf
dem Hubble Teleskop, während der Wartungsmission 4, die
später in diesem Jahr stattfinden soll, installieren werden. "COS erlaubt es uns stabilere und detailliertere
Proben des kosmischen Netzes zu untersuchen", sagt Shull .
"Wir glauben, dass COS noch wesentlich mehr der fehlenden,
baryonischen Materie finden wird." "Unser Ziel ist es, die Existenz des kosmisches
Netzes zu bestätigen, indem wir seine Struktur aufzeichnen,
den Anteil schwerer Elemente darin bestimmen und seine
Temperatur messen. Die Untersuchung des kosmischen Netzes
gibt uns Informationen darüber, wie Galaxien sich mit der
Zeit entwickeln." Das COS Team hofft weitere 100 Quasare zu beobachten, und
einen Überblick von mehr als 10.000 Wasserstoff Fäden im
kosmischen Netz zu erstellen, von denen viele aus schweren
Elementen früher Sterne gebildet wurden.
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Credit:
HST
Übersetzung + Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
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Kommentare
ute koza 21 Mai 2008, 12:14
Ist es nicht an der Zeit aufgrund von den neueren Erkenntnissen, sich
endlich von der aberwitzigen Idee eines URKNALLS zu verabschieden?!
Beschäftigen Sie sich mit der Lehre Giordano Brunos, und Sie werden Ihre gewaltigen Irrtümer erkennen. "Die Forschung ist ein Vogel, die Wissenschaft sein Käfig". (ein arabisches Sprichwort) Befreien Sie sich von den fürchterlichen Gewohnheiten und Sie werden ein neues Weltbild erleben!! Viel Freude am Neuen U.K.
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