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31. März 2007:
Bisher war NGC 5584 nur eine
von vielen Galaxien, die sich im westlichen Virgo Cluster
befindet. Bekannt nur als Nummer bei Galaxienbeobachtungen,
wird nun ihre reine Schönheit in all seiner Pracht, durch
ein neues Bild vom VLT, enthüllt. Seit dem 1. März findet
man in dieser violetten, kosmischen Rose, auch die hellste
Explosion des Jahres, bekannt als SN 2007af.

In einer Entfernung von etwa
75 Millionen Lichtjahren, im Sternbild Jungfrau, ist NGC
5584 eine Galaxie, die etwas kleiner ist als die
Milchstrasse. Sie gehört jedoch zur gleichen Kategorie:
beide sind Balkenspiralen.
Spiralgalaxien setzen sich aus
einer 'Wölbung' und einer flachen Scheibe zusammen. Die
Wölbung enthält alte Sterne und normalerweise ein Schwarzes
Loch. Jüngere Sterne befinden sich in der Scheibe und bilden
die charakteristischen Spiralstrukturen, von denen die
Galaxien ihren Namen haben. Balkenspiralen werden durch ein
Band aus hellen Sternen durchzogen. Im Jahr 2000 entdeckten
Astronomen mit Hilfe von ESO´s Very Large Telescope (VLT),
die kleinsten, dunkelsten und massivsten Spiralgalaxien (ESO
PR 12/00 und
25/00).
Bild Oben:
Die violette Rose des Virgo Clusters. (Mehr)
In diesem neuen Bild von NGC
5584 sind zwei Spiralarme klar sichtbar, während die anderen
deformiert sind, wahrscheinlich aufgrund von Interaktionen
mit anderen Galaxien. Helle Flecken sind über die gesamte
Scheibe verteilt, was darauf hindeutet, dass in dieser
riesigen Rose, Sterne mit großer Geschwindigkeit gebildet
werden.
Etwas noch viel Helleres zieht in diesem Bild allerdings die
Blicke auf sich. Ein Bild, aufgenommen Ende Februar, hätte
den hellen Fleck, der sich vom Galaxienzentrum aus gesehen
unten rechts befindet, nicht gezeigt. Wie man sieht ist das
neue Objekt wesentlich heller als das Galaxienzentrum selbst.
Sein Name? SN 2007af, die 32. Supernova, welche dieses Jahr
entdeckt wurde. Ihre Präsenz deutet auf den dramatischen Tod
eines Sternes, vergleichbar mit unserer Sonne, hin.
SN 2007af, die bisher hellste Supernova dieses Jahres, wurde
am 1. März vom Japanischen Supernovae-Jäger Koichi Itagaki
entdeckt. Er richtete sein 60cm Teleskop auf das Sternbild
Jungfrau aus und entdeckte etwas, was sich vorher dort nicht
befunden hatte: SN 2007af. Als sie entdeckt wurde, war ihre
Helligkeit (scheinbare sichtbare Helligkeit von 15,4) etwa
sieben Mal schwächer als die Galaxie NGC 5584, in der sie
sich befindet. Sie ist seitdem um den Faktor sieben heller
geworden, und erreichte eine scheinbare Helligkeit von 13,3,
wodurch sie von vielen Amateurastronomen auch mit kleineren
Teleskopen beobachtet werden kann.
Beobachtungen am 4. März, mit
ESO´s New Technology Telescope auf La Silla, enthüllten,
dass es sich um eine Supernova vom Typ Ia handelt, die
einige Tage vor erreichen ihrer maximalen Helligkeit
beobachtet wurde. Die Materie wird mit Geschwindigkeiten von
15.000 km/s vom sterbenden Stern weggeschleudert.
Astronomen beobachten SN
2007af mit ESO´s VLT, um die Geometrie des Materials zu
untersuchen, dass von der Supernova weggeschleudert wird,
und dadurch den Mechanismus der Explosion besser zu
verstehen (ESO
44/06).
Es wird angenommen, dass eine
Typ Ia Supernova die Explosion eines kleinen und dichten
Sterns darstellt -- einem weißen Zwerg -- der sich in einem
Doppelsternsystem befindet. Da der Begleitstern ständig
Materie auf den weißen Zwerg schleudert, erreicht dieser
eine kritische Masse, was zu der tödlichen Instabilität und
schließlich der Supernova führt.
Type Ia Supernovae sind sich
untereinander offebar sehr ähnlich. Dadurch sind sie sehr
nützlich als "Standard-Kerzen," mit denen man kosmische
Entfernungen bestimmen kann. Ihre größte Helligkeit
konkurriert mit der ihrer Wirtsgalaxie, was sie folglich zu
einem erstklassigen, kosmischen Maßstab macht.
Astronomen haben diesen Umtand genutzt, um die Geschichte
der Ausdehnung unseres Universums zu untersuchen.
Typ Ia Supernovae sind jedoch
seltene Ereignisse: eine Galaxie wie die Milchstrasse bringt
nur etwa alle 400 Jahre eine solche Supernova hervor.
Trotzdem ist SN 2007af nicht nur eine schöne Explosion, die
in der Galaxie NGC 5584 aufgezeichnet wurde. Es sieht so aus,
als ob Japanische Amateure eine besondere Begabung dafür
hätten, Supernovae in dieser violetten Spiralgalaxie
aufzuspüren. 1996 hat Aoki Masakatsu SN 1996aq in NGC 5584
identifiziert, eine Supernova, die schwer zu klassifizieren
war, und aufgrund ihrer unklaren Natur zu Diskusionen führte.
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Credit:
ESO News Release
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