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Cassini fotografiert ein bizarres Hexagon auf Saturn

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27. März 2007:

Eine seltsames, sechsseitiges, wabenförmiges Gebilde kreist über dem gesamten Nordpol von Saturn und hat das Interesse der Wissenschaftler von NASA's Cassini Mission erweckt.

Die NASA Raumschiffe Voyager 1 und 2 fotografierten das Gebilde vor über 20 Jahren. Die Tatsache, dass Cassini es nun erneut aufgenommen hat, deutet darauf hin, dass es eine langfrisitge Erscheinung ist. Ein zweites Hexagon, wesentlich dunkler als das alte Gebilde, ist auf Cassinis Bildern ebenfalls sichtbar. Das optische- und das Infrarotspektrometer an Bord von Cassini, sind die das ersten Instrumente, die in der Lage waren, das gesamte Hexagon in einem Bild aufzunehmen.

Bild rechts: Dieses Nachtbild von Saturns Nordpol zeigt ein bizarres Hexagon, dass den gesamten Nordpol umkreist. Die rote Farbe deutet auf den Anteil von Strahlung im Wellenlängenbereich von 5 Mikron oder Hitze hin, die im warmen Inneren von Saturn erzeugt wird und vom Planeten wegfliegt. Image credit: NASA/JPL/University of Arizona. Bild 1, Bild 2

"Dies ist ein sehr seltsames Gebilde, das in einer perfekten geometrischen Form mit sechs Seiten liegt," sagt Kevin Baines, Atmosphärenexperte und Mitglied des Cassini Teams, an NASA´s Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Calif. "Wir haben bisher noch nie so etwas auf einem anderen Planeten gesehen. Saturns dicke Atmosphäre, die von kreisförmigen Wellen und Konvektionszellen dominiert wird, ist sicher der letzte Ort, an dem man solch eine sechs-seitige Figur erwarten würde, und doch ist sie da."

Das Hexagon ist den Polarwirbeln auf der Erde ähnlich, in denen Winde in kreisförmigen Mustern um die Polarregion herum wehen. Auf Saturn hat der Wirbel eine hexagonale Form anstelle einer runden Gestalt. Das Hexagon hat einen Durchmesser von etwa 25.000 Kilometern. Es würden fast 4 Erden dort hinein passen.

Das neue Bild, welches im thermalen Infrarotlicht aufgenommen wurde, zeigt, dass sich das Hexagon tiefer in die Atmosphäre hinein ausdehnt, als vorher angenommen wurde (etwa bis 100 Kilometer unter die obere Wolkendecke). Ein Wolkensystem liegt innerhalb des Hexagon. Die Wolken scheinen um das Hexagon herumzufliegen, wie Autos auf einer Rennstrecke.

"Es ist verblüffend, so auffällige Unterschiede bei beiden Polen von Saturn zu sehen," sagt Bob Brown, Teamleiter von Cassinis optischem und Infrarotspektrometer, von der University of Arizona, Tucson. "Am Südpol haben wir etwas, das aussieht wie ein Hurrikan mit einem riesigen Auge, und am Nordpol von Saturn haben wir dieses geometrische Gebilde, das völlig anders ist."

Bild links: Dieses Nachtbild der Tiefen von Saturns Nordpol, enthüllt einen dynamischen, aktiven Planeten, der sich unter einer allgegenwärtigen Hülle von Nebel befindet. Image credit: NASA/JPL/University of Arizona. Vollständiger Film (Quicktime Movie 4MB)

Das Hexagon von Saturns Nordpol war für Cassinis optische Kameras nicht sichtbar, da in diesem Gebiet derzeit Winter ist, so dass das Hexagon unter der langen Polarnacht verborgen ist, die etwa 15 Jahre andauert. Das Infrarotspektrometer kann Saturn zu Tag- und Nachtzeiten fotografieren, und tief in ihn hinein schauen. Es nahm das Gebilde, während einer 12 Tage dauernden Periode, die am 30. Oktober 2006 begann, bei thermischen Wellenlängen nahe 5 Mikron (sieben Mal die Wellenlänge, welche für das menschliche Auge sichtbar ist) auf. Wenn der Winter in den nächsten 2 Jahren vergehen wird, ist das Hexagon vielleicht auch für optische Kameras sichtbar.

Basierend auf den neuen Bildern und weiteren Informationen über die Tiefe des Gebildes, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es nicht mit Saturns Radioemissionen oder Aktivitäten in der Aurora - wie einst angenommen - in Verbindung steht, obwohl Saturns nördliche Aurora fast genau darüber liegt.

Bild rechts: Ein weiterer Anblick des sechsseitigen Gebildes, das den Nordpol von Saturn umkreist. Image credit: NASA/JPL/University of Arizona

Es sieht so aus als ob das Hexagon, im Verhältnis zu Saturns Ratationsrate und Axe, still steht, seit es vor 26 Jahren von Voyager gesehen wurde. Die aktuelle Rotationsrate von Saturn ist nach wie vor unbekannt.

"Wenn wir seine Natur verstanden haben, könnte dieses Hexagon uns vielleicht einen Hinweis auf die wahre Rotationsrate der tiefen Atmosphäre, und vielleicht auch dessen Inhalt geben," fügt Baines hinzu.

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Credit: NASA News Release

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