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23. März 2007:
In einer David und Goliath Geschichte, mit Größenordnungen
von Saturn´s Ausmaßen, beeinflusst der kleine Mond Enceladus
das riesige Magnetfeld des Planeten so sehr, dass es sich
langsamer dreht als der Planet selber. Dieses Phänomen macht
es fast unmöglich die Länge eines Tages auf Saturn mit
herkömmlichen Mitteln, die bei anderen Riesenplaneten
funktionieren, zu messen.
"Niemand hätte erwartet, dass der kleine Mond Enceladus
solch einen Einfluss auf die Radiotechnik hat, die jahrelang
genutzt wurde, um die Länge eines Saturntages zu bestimmen,"
sagt Dr. Don Gurnett, von der University of Iowa, Iowa City.
Gurnett ist der leitende Forscher für das Radio- und
Plasmawellen Experiment an Bord von NASA's Cassini
Raumschiff. Die Radiotechnik misst die Rotation des Planeten
durch Bestimmung seiner Pulsrate -- dem Rhythmus des
natürlichen Radiosignals vom Planeten.

Bild Rechts: Geysire auf Saturn's kleinem Mond
Enceladus bringen die interne Uhr des Planeten durcheinander
und machen es schwer die Länge eines Saturntages zu messen.
Image credit: NASA/JPL
Eine neue Untersuchung von Cassini Daten diese Woche zeigten, dass Saturn´s Magnetfeldlinien, unsichtbare
Linien, die aus dem Inneren des Planeten stammen, durch den
Druck von elektrisch geladenen Teilchen, die von Geysiren
auf Enceladus stammen, welche Wasserdampf und Eis abgeben,
in eine Bewegung relativ zur Rotation des Planeten gezwungen
werden. Diese Ergebnisse stammen aus einer gemeinsamen
Beobachtung mit Hilfe von 2 Instrumenten auf Cassini -- dem
Radio und Plasma Instrument, sowie dem Magnetometer.
Die neutralen Gasteilchen, die von den Geysiren auf
Enceladus abgegeben werden, formen einen donut-ähnlichen
Torus um Saturn herum. Wenn diese Teilchen sich elektrisch
aufladen, werden sie von Saturn´s Magnetfeld eingefangen,
und formen eine Scheibe aus ionisiertem Gas, oder Plasma,
dass den Planeten nahe dem Äquator umkreist. Die Teilchen
verlangsamen das Magnetfeld so stark, dass die Rotationsrate
der Plasmascheibe etwas verlangsamt wird. Diese Verschiebung
sorgt dafür, dass die Radioperiode, kontrolliert durch die
Rotation der Plasmascheibe, länger ist, als die
Rotationsperiode des Planeten.
Wissenschaftler folgerten, dass die Periode, die Cassini
gemessen hat, nicht die Länge des Saturntages ist, sondern
die Rotationsperiode der Plasmascheibe. Derzeit ist aufgrund
der Wolkenbewegung keine Technik bekannt, mit der man die
interne Rotation des Planeten messen könnte.
Die Bsestimmung der Länge eines Saturntages war schon immer
eine Herausforderung, weil der gasförmige Planet keine
Oberfläche oder einen Fixpunkt besitzt, um seine
Rotationsrate zu bestimmen. Der erste Ansatz war es, die
periodisch, regulären Radiosignale zu nutzen, wie es vorher
schon bei Jupiter, Uranus und Neptun gemacht wurde.
Es stellte sich jedoch heraus, dass Saturn´s Radioperiode
auf zwei Arten problematisch ist. Es scheint ein gepulstes
Signal zu sein, anstelle eines rotierenden Signals, so wie
der Lichtstrahl eines Leuchtturms. Zum Zweiten sieht es so
aus, dass sich die Periode langsam mit der Zeit verändert.
Die Tageslänge, die Cassini gemessen hat, ist etwa 6 Minuten
länger, als die Länge, die in den frühen 80ern von NASA´s
Voyager Raumschiff aufgezeichnet wurde; eine Veränderung von
fast einem Prozent.
"Wir haben das pulsierende Radiosignal mit dem
rotierenden magnetischen Signal in Verbindung gebracht. Eine
Asymmetrie im Feld löst bei der Rotation von Saturn´s
Magnetfeld einen Ausbruch von Radiowellen aus," sagt Dr. David Southwood,
vom Imperial
College London, und Wissenschaftsdirektor bei der ESA. "Wir
haben dann beide Signale mit Material verknüpft, dass von
Enceladus stammt."
Basierend auf den neuen Beobachtungen glauben
Wissenschaftler nun, dass es zwei mögliche Gründe für die
Veränderung der Radioperiode gibt. Die erste Theorie sagt,
dass die Geysire auf Enceladus aktiver sein könnten, als zu
Zeiten von Voyager. Die zweite Theorie sagt, dass es
vielleicht saisonale Unterschiede gibt, da Saturn die Sonne
alle 29 Jahre einmal umkreist.
"Wenn die Geysire sehr aktiv wären, würde man
vorhersagen, dass sich die Teilchen im Magnetfeld aufladen
und die Verschiebung der Plasmascheibe steigern, wodurch
sich die Radioemissionsperiode sogar noch mehr verstärken
würde. Wenn die Geysire nicht so aktiv sind, würde es
weniger Einfluss auf das Magnetfeld geben und daher eine
geringere Verschiebung der Plasmascheibe, sowie eine kürzere
Periode," sagt Grunett.
"Die direkte Verbindung zwischen Radiowellen,
Magnetfeld und der inneren Planetenrotation wurde bisher als
sicher angenommen. Saturn zeigt uns, dass wir weiter denken
müssen," sagt Michele
Dougherty, Forscherin an Cassini´s Magnetometer Instrument,
vom Imperial College London.
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Credit:
NASA News Release
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