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XMM-Newton enthüllt eine magnetische Überraschung

NASA


22. Februar 2007:

ESA's Röntgenobservatorium XMM-Newton hat Hinweise auf ein magnetisches Feld im Weltraum enthüllt, das niemand dort erwartet hätte. Dieses Magnetfeld umgibt einen jungen Stern, genannt AB Aurigae, und liefert möglicherweise die Lösung für ein 20 Jahre altes Rätsel. 

Mit einer 2,7 fach höheren Masse als unsere Sonne, ist AB Aurigae einer der größten Sterne in der Taurus-Auriga Sternformungswolke. Seine ultraviolette Strahlung spielt eine Hauptrolle bei der Formung der Wolke, obwohl er sich unter fast 400 kleineren Sternen befindet. Seine Größe macht ihn zu einem Stern der Klasse der Herbig-Sterne, benannt nach ihrem Entdecker George Herbig.

Bild Oben: XMM-Newton Bild vom Stern AB Aurigae. Credit ESA (Mehr)

Als Teil eines großen Programms, Taurus-Auriga bei Wellenlängen im Röntgenbereich zu beobachten, hat XMM-Newton mit seiner European Photon Imaging Camera (EPIC), AB Aurigae und die anderen jungen Sterne in dieser Region, systematisch beobachtet. AB Aurigae erschien in diesem Bild sehr hell, was darauf hindeutet, dass der Stern Röntgenstrahlung aussendet.

Es wird angenommen, dass Röntgenstrahlung von jungen Sternen mit starken Magnetfeldern stammt, wobei Computerberechnungen zeigten, dass Herbig-Sterne nicht die richtigen internen Bedingungen aufweisen, ein solches Magnetfeld zu erzeugen. Dennoch haben Astronomen in den vergangenen 20 Jahren Röntgenstrahlung von ihnen aufgezeichnet.

Woher kommt die Röntgenstrahlung? Manche Astronomen schlugen vor, dass Herbig-Sterne einen kleineren Begleiter haben könnten, der sie umkreist, wobei die Röntgenstrahlung von diesem Begleiter stammt.

Als jedoch ein internationales Team, geleitet von Manuel Güdel und seinem Studenten Alessandra Telleschi, vom Paul Scherrer Institut in der Schweiz, die AB Aurigae Daten analysierten, fanden sie heraus, dass die Temperatur des Gases, welches die Röntgenstrahlung hervorruft, zwischen 1 und 5 Millionen Grad Celsius lag. "Das war verdächtig niedrig," sagt Güdel. Junge Sterne besitzen gasförmige Atmosphären, die durch ihr Magnetfeld auf 10 Millionen Grad und mehr erhitzt werden.

Güdel und sein Team fanden einen weiteren Hinweis darauf, dass die Röntgenstrahlung von AB Aurigae selber stammen musste: die Intensität der Röntgenstrahlung veränderte sich alle 42 Stunden. Dies ist eine magische Nummer für einen Stern, da Astronomen wissen, dass das sichtbare und ultraviolette Licht von AB Aurigae, ebenfalls in diesem Intervall variierte. "Die gleiche Periode zu finden bestätigt, dass die Röntgenstrahlung von AB Aurigae, und nicht von einem Begleitstern, stammt," sagt Güdel. Aber wie wird sie erzeugt?


Bild Oben: AB Aurigae und sein Spektrum. Credit: ESA (Mehr)

Um nach einer Erklärung zu suchen, schauten sich Telleschi und Kollegen die hochauflösenden Daten von AB Aurigae, aufgenommen mit den Reflection Grating Spectrometers des Observatoriums, an.

In diesen Daten suchten sie nach einem spektralen Fingerabdruck, der ihnen sagen würde wie hoch über der Oberfläche des Sterns sich das Gas befindet, welches die Röntgenstrahlung emittiert.

Zu ihrer Überraschung fanden sie, dass die Röntgenstrahlung in großer Höhe über dem Stern freigesetzt wird. Sie erwarteten dies viel dichter an der Oberfläche. Röntgenstrahlung aus großen Höhen bedeutet, dass Gas, welches vom Stern aus 2 unterschiedlichen Hemisphären abgegeben wird, genannt der stellare Wind, vermutlich zusammenstößt. Das Einzige, was den Wind zu einem Zusammenstoß bringen kann, ist ein magnetisches Feld. Es wäre kein starkes Magnetfeld, müsste aber auf jeden Fall ein Magnetfed sein.

Glücklicherweise arbeitet eine Gruppe von Astronomen, die ein Modell eines solchen Magnetfeldes für eine andere Klasse von Sternen entwickelt hat, ebenfalls im Beobachtungsteam von Taurus-Auriga. Es war also einfach, ihre Erfahrung einfließen zu lassen.

In Zusammenarbeit mit ihnen schlagen Telleschi, Güdel und ihre Kollegen nun vor, dass, als die riesige Gasblase kollabierte und AB Aurigae formte, sie einen Teil des Magnetfeldes mit sich zog, dass in diesem Gebiet vorhanden war. Dieses Feld ist nun im Inneren des Sterns gefangen und kanalisiert die stellaren Winde. Winde von den beiden Hemisphären stoßen demnach zusammen und produzieren Röntgenstrahlung.

Dies ist eine nette Erklärung für ein 20 Jahre altes Rätsel, aber derzeit wissen Güdel und seine Kollegen noch nicht, ob dies für Herbig-Sterne anwendbar ist. "Das ist die entscheidende Frage," sagt Güdel. Um sie zu beantworten müssen weitere hochauflösende Spektren von Herbig-Sternen aufgenommen werden.
 

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Credit: ESA News Release

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Last Updated: June 9, 2005
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