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Spitzer spürt dunkle Materie der Milchstrasse auf

NASA


22. Februar 2007:

Unsere Galaxie ist schwerer als es aussieht, und es sind nicht unbedingt Eis oder zuviele Kekse, die für das extra Gewicht verantwortlich sind -- es ist "Dunkle Materie." 

Dunkle Materie ist eines der größten Geheimnisse in der modernen Astronomie. Wissenschaftler nutzen den Ausdruck als Oberbegriff für alles unsichtbare "Schwere" im Universum. Astronmen glauben derzeit, dass es 2 Komponenten der dunklen Materie gibt. Ein Teil der dunklen Materie besteht aus exotischen Materialien, die sich von den Teilchen unterscheiden, welche die Welt um uns herum bilden. Der andere Teil besteht aus Himmelskörpern -- wie Planeten, Schwarzen Löchern oder verhinderten Sternen -- die kein Licht produzieren und zu Lichtschwach sind, um von der Erde aus gesehen werden zu können.

Bild Rechts: Konzept eines Künstlers von einem Planeten um einen Zwergstern der M-Klasse herum. Credit: NASA (Mehr)

Astronomen vermuten, dass das meiste Gewicht unserer Galaxie und des Universums, dunkle Materie ist. Fast ein Jahrhundert lang durchkämmten sie die Milchstrasse nach exotischer dunkler Materie und dunklen Himmelsobjekten, in der Hoffnung das fehlende Gewicht zu finden.

Nun zeigt sich, dass NASA's Spitzer Space Teleskop vielleicht in der Lage sein wird, eine wichtige Rolle bei der Identifizierung von "unsichtbaren" Himmelskörpern zu spielen, die unsere Galaxie gewichtig machen. 

MACHOs

Astronomen bezeichnen dunkle Himmelskörper, wie unentdeckte Planeten, Schwarze Löcher und verhinderte Sterne, als "massive compact halo objects", oder MACHOs, weil sie sich in entlegenden Gebieten, oder Halos, der Galaxien befinden.

Vor fast einer Dekade durchkämmte ein Team von Astronomen den Halo unserer Galaxie nach dunklen Himmelskörpern. Sie nannten ihr Projekt MACHO, nach den dunklen Objekten die sie suchten -- und mit Teleskopen auf dem Boden in der Lage waren 17 von ihnen zu finden. Die Technik zu dieser Zeit war allerdings nicht empfindlich genug um den Wissenscahftlern aufzuzeigen, was diese Objekte waren.

In einer Folgeuntersuchung nutzte der Student Nitya Kallivayalil vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Boston, Mass., Spitzer´s empfindliche Augen um sich zwei der vorher entdeckten MACHOs genauer anzuschauen und identifizierte sie als mickrige Sterne, genannt M-Zwerge. Solche Sterne sind etwa 4.000 Mal dunkler als unsere Sonne und können nicht mit dem bloßen Auge gesehen werden. Dies war das erste Mal, dass eine der vorher entdeckten Quellen identifiziert werden konnte.

"Dies ist eine wirklich aufregende Entdeckung," sagt Kallivayalil, dessen Artikel über die Entdeckung in der Dezember 2006 Ausgabe der Astrophysical Journal Letters veröffentlicht wurde.

Obwohl MACHOs für die meisten Teleskope nicht sichtbar sind, hat das Team sie zuerst durch eine Technik, genannt "Gravitational Microlensing," entdeckt. Alles im Universum mit einer Masse hat Gravitation. Je schwerer ein Objekt, umso mehr Gravitation übt es aus. Gravitation ist hilfreich, unsichtbare MACHOs zu identifizieren, da sie den Raum um das Objekt krümmt.

Wenn die MACHOs vor einem entfernten Stern herfliegen, reist das Licht des Sterns durch den gekrümmten Raum und wird verstärkt. Indem Astronomen nach verstärktem Licht von Sternen suchen, können sie MACHOs entdecken. 

Nachdem der Ort des MACHOs bekannt ist, können Astronomen Spitzer´s Infrarotaugen nutzen, um Hitze von dem Objekt aufzufangen und zu identifizieren. Kallivayalil nutzte Spitzer um die MACHOs LMC-5 und LMC-20, als kleine, schwach leuchtende M-Zwergsterne zu identifizeren.

"Es ist wichtig zu wissen, was MACHOs sind und wie sie an der dunklen Materie in der Milchstrasse beteiligt sind," sagt Kallivayalil, der derzeit Daten aus den Beobachtungen der 15 weiteren MACHO Quellen analysiert, die mit Spitzer aufgezeichnet wurden.

Wiegen der Milchstrasse

Es gibt zwei Arten, die normalerweise von Astronomen genutzt werden, um das Gewicht einer Galaxie zu bestimmen. Eine Möglichkeit ist, die Helligkeit der Galaxie in Masse umzurechnen. Die andere Möglichkeit besteht darin, die Bewegungen der Sterne in einer Galaxie zu verfolgen.

Alles im Universum bewegt sich. In unserer Galaxie bewegt sich die Erde um die Sonne, und die Sonne bewegt sich um das Zentrum der Galaxie. Indem man mißt, wie schnell sich die Sterne am Rand der Galaxie bewegen, können Astronomen das Gewicht der Galaxie berechnen. Je schneller sich die Sterne am Rand bewegen, umso schwerer ist die Galaxie.

Probleme tauchten auf, als Astronomen im 20. Jahrhundert die Ergebnisse dieser beiden Berechnungen, für viele Galaxin, miteinander verglichen -- sie bemerkten, dass die Zahlen oftmals nicht übereinstimmten. Die Berechnungen mittels der Helligkeit ergaben leichtere Galaxien, als die Berechnungen der Bewegungen der Sterne.

Da beide Methoden sich als erforlgreich herausstellten, um das Gewicht eines Objekts zu bestimmen, schlossen die Astronomen daraus, dass es mehr in einer Galaxie geben muss als nur die hellen Objekte. Sie verwiesen auf die unsichtbaren Objekte indem sie den Begiff "Dunkle Materie" einführten.

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Credit: Spitzer

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Curator: Bryan Walls
NASA Official: Ron Koczor
Last Updated: June 9, 2005
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