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Spitzer sieht das Licht von weit entfernten Welten

NASA


21. Februar 2007:

NASA's Spitzer Space Teleskop hat zum ersten Mal genug Licht von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, bekannt als Exoplaneten, eingefangen, um die Moleküle in der Atmosphäre zu identifizieren. Diese Leistung ist ein entscheidender Schritt in die Richtung, dazu in der Lage zu sein, mögliches Leben auf felsigen Exoplaneten zu entdecken, und gelang Jahre bevor Astronomen damit gerechnet hatten.

"Dies ist eine unglaubliche Überraschung," sagt der Projektwissenschaftler Dr. Michael Werner, von NASA's Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Calif. "Als wir Spitzer bauten, hatten wir keine Ahnung, dass es solch einen Schritt in Richtung der Charakterisierung von Exoplaneten ermöglichen würde."

Spitzer, ein im Weltraum stationiertes Infrarotteleskop, gewann die detaillierten Daten, genannt Spektren, von 2 verschiedenen, gasförmigen Exoplaneten. Genannt HD 209458b und HD 189733b, bestehen diese so genannten "heißen Jupiter," wie auch Jupiter, aus Gas, umkreisen ihre Sonne aber wesentlich dichter.

Bild Rechts: NASA's Spitzer Space Teleskop fing kürzlich die Spektren, oder molekulare Fingerabdrücke, von 2 "heißen Jupiter" Welten, wie der hier dargestellte. Dies ist das erste Mal, dass das Spektrum eines Exoplaneten eingefangen wurde. Image credit: NASA/JPL-Caltech. (Mehr)

Die Daten deuten darauf hin, dass die beiden Planeten trockener und wolkiger sind als vorhergesagt. Theoretiker dachten, dass in den Atmosphären von heißen Jupitern viel Wasser enthalten würden. Auf HD 209458b und HD 189733b wurde überraschenderweise keines gefunden. Ausgehend von Astronomen, könnte das Wasser vielleicht dennoch vorhanden sein, nur unter einer dicken Decke aus hohen, wasserlosen Wolken vergraben sein.

Diese Wolken sind vielleicht mit Staub gefüllt. Einer der Planeten, HD 209458b, zeigte Hinweise auf winzige Sandkörnchen, genannt Silikate, in seiner Atmosphäre. Dies könnte bedeuten, dass der Himmel des Planeten angefüllt ist mit hohen, staubigen Wolken, anders als alles, was wir um Planeten in unserem Sonnensystem gesehen haben.

"Die Köpfe der Theoretiker drehten sich, als sie die Daten sahen," sagt Dr. Jeremy Richardson, von NASA's Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Md.

"Für Wasser, in Form von Wasserdampf, ist es kaum möglich, nicht bei einem Planeten vorhanden zu sein, so dass es unter einer dichten Schicht aus Staub liegen muss, die wir im Spektrum entdeckten," sagt er. Richardson ist Autor eines Artikels, der am 22. Februar in der Nature erscheinen wird und das Spektrum von HD 209458b beschreibt.

Zusätzlich zu Richardson's Team nutzten 2 weitere Gruppen von Astronomen Spitzer, um die Spektren von Exoplaneten einzufangen. Ein Team, geleitet von Dr. Carl Grillmair, von NASA's Spitzer Science Center am California Institute of Technology in Pasadena, Calif., beobachtete HD 189733b, während ein anderes Team, geleitet von Dr. Mark R. Swain, vom JPL, sich auf den gleichen Planeten wie Richardson konzentrierte und zu ähnlichen Ergebnissen kam. Grillmair's Resultate werden in den Astrophysical Journal Letters veröffentlicht. Swain's Entdeckungen wurden an die Astrophysical Journal Letters geschickt.

Ein Spektrum wird erzeugt, wenn ein Instrument, genannt Spektrograph, Licht des Objekts in verschiedene Wellenlängen aufsplittet, so wie ein Prisma aus dem Sonnenlicht einen Regenbogen macht. Das resultierende Muster, das Spektrum, enthüllt "Fingerabdrücke" der Chemikalien, aus denen das Objekt besteht.

Bis jetzt stammten alle verfügbaren Spektren von Planeten aus unserem eigenen Sonnensystem. Die Planeten aus den Untersuchungen von Spitzer umkreisen Sterne, die so weit entfernt sind, dass sie mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind. HD 189733b befindet sich 600 Milliarden Kilometer weit weg, im Sternbild Fuchs und HD 209458b ist 1.450 Milliarden Kilometer entfernt, im Sternbild Pegasus. Das bedeutet, dass beide Planeten zumindest eine Million Mal weiter von uns entfernt sind als Jupiter. Für die Zukunft hoffen Astronomen Spektren von kleineren, felsigen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu erhalten. Dies würde es ihnen erlauben, nach Fingerabdrücken von Leben Ausschau zu halten -- Moleküle wie Sauerstoff und möglicherweise sogar Chlorophyll, sind ein Schlüssel für die Existenz von Leben. 

"Mit diesen neuen Beobachtungen verfeinern wir die Werkzeuge, die wir eines Tages dazu benötigen werden, um woanders Leben zu finden, falls es existiert," sagt Swain. "Es ist wie eine Generalprobe."

Spitzer war durch eine Technik, bekannt als "sekundäre Verdunklung," in der Lage, Spektren aus dem schwachen Licht der beiden Planeten zu extrahieren. Bei dieser Methode -- zum ersten Mal im Jahr 2005 von Spitzer eingesetzt (http://www.spitzer.caltech.edu/Media/releases/ssc2005-09/index.shtml ) -- wird ein so genannter durchgehener Planet dabei beobachtet, wie er hinter seinem Stern herfliegt und für kurze Zeit aus dem Blickfeld verschwindet. Durch die Messung des Abfalls im Infrarotlicht, wenn der Planet verchwindet, kann Spitzer zuordnen, wieviel Licht vom Planeten selbst stammt. Diese Technik funktionert nur bei infraroten Wellenlängen, bei denen der Planet heller scheint, als im sichtbaren Bereich und besser durch das helle Licht seines Sterns zu sehen ist.

In der neuen Untersuchung beobachtete Spitzer´s Spektrograh, der das Infrarotlicht bei einer Reihe von Wellenlängen misst, die beiden Planeten, während sie um ihren Stern kreisten. Dies erlaubte es den Astronomen, die Spektren der Sterne von den Spektren der Planeten plus ihren Sternen abzuziehen, und so die Spektren der Planeten zu erhalten.

"Als wir diese Untersuchungen zum ersten Mal planten, wurden sie als hohes Risiko betrachtet, weil nicht viele Leute dachten, dass sie funktionieren würden," sagt Grillmair. "Es stellte sich aber heraus, dass Spitzer hervorragend gebaut wurde und bereit war für diese Aufgabe."

Vergangene Untersuchungen von HD 209458b, durch NASA's Hubble Space Teleskop, enthüllten einzelne Elemente wie Natrium, Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff, die sich in Gebieten befinden, die höher liegen als die von Spitzer untersuchten Regionen und in denen Wasser auseinanderbrechen würde. Dazu maß Hubble Veränderungen im Licht des Sterns, nicht im Licht des Planeten, während der Planet vor dem Stern herzog. Die Beobachtungen deuten auf weniger Natrium hin, als erwartet wurde, was wieder die Idee unterstützt, dass der Planet von hohen Wolken eingehüllt ist.

Astronomen hoffen, Spitzer für weitere Untersuchungen von durchgehenden Exoplaneten nutzen zu können, also solchen, die  von unserem Standpunkt aus vor ihrem Stern herfliegen. Von den etwa 200 bekannten Exoplaneten ist dies bei 14 der Fall. Zusätzlich zu HD 209458b und HD 189733b sind drei weitere davon Kandidaten für die Beobachtung der Spektren. Weitere Untersuchungen von HD 209458b und HD 189733b werden ebenfalls weitere Informationen über die Atmosphären der Planeten liefern.

 

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Credit: NASA News Release

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Curator: Bryan Walls
NASA Official: Ron Koczor
Last Updated: June 9, 2005
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