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21. Februar 2007:

Integral's letzte Vermessung des Gammastrahlen-Universums
führt weiter dazu, dass Astronomen ihr Denken über den
Hochenergie-Kosmos verändern. Nachdem nun über 70% des
Himmels vermessen wurde, waren Astronomen in der Lage den
größten Katalog von Himmelsobjekten zu erstellen, die
Gammastrahlen aussenden. Und es ist kein Ende der neuen
Entdeckungen in Sicht.
Integral ist das aktuellste Gammastrahlen Observatorium der
Europäischen Weltraumagentur, welches im All kreist. Seit
mit den wissenschaftlichen Arbeiten im Jahre 2003 begonnen
wurde, hat das Team ständig einen großen Teil der
Beobachtungszeit darauf verwendet, das
Gammastrahlen-Universum zu vermessen.
Bild Oben: Der dritte Integral/IBIS
Vermessungskatalog. (Mehr)
"Der Gammastrahlen-Himmel ist notorisch veränderlich und
unvorhersagbar," sagt Anthony Dean, von der University of
Southampton, UK, einer der ersten Antragsteller der Integral
Mission. Daher auch die Notwendigkeit, dass Integral ständig
wachsam ist und alle Quellen von Gammastrahlung richtig
katalogisiert. Dadurch können Astronomen einzelne Quellen
von Gammastrahlung einzeln anvisieren, um diese genauer zu
untersuchen.

In den letzten 3,5 Jahren hat Integral Vermessungsdaten
gesammelt. Am Ende jeden Jahres, wurden die Daten in einen
Katalog umgewandelt, der die Quellen aufzeigt.
Während des ersten Jahres konzentrierte man sich auf die
Gebiete nahe dem Zentrum unsere Galaxie und fand mehr als
120 Quellen. Das darauffolgende Jahr erweiterte Integral
seinen Bereich und fand fast 100 weitere Quellen.
Bild Rechts: Integral, Konzept
eines Künstlers. (Mehr)
Mittlwerweile hat Integral mehr als 70% des Himmels
beobachtet, was einer gesamten Beobachtungszeit von 40
Millionen Sekunden entspricht. Ein europäisches Team von
Astronomen, geleitet von Antony Bird, von der University of
Southampton, UK, hat die Daten aus den gesamten drei Jahren
in den dritten Integral Katalog der Gammastrahlen-Quellen
umgewandelt. Er enthält insgesamt 421 Gammastrahlen-Objekte.
Die meisten wurden als Doppelsternsysteme in unserer Galaxie
identifiziert. Es sind allerdings auch exotische Objekte wie
Schwarze Löcher, Neutronensterne oder aktive Galaxien weit
entfernt im All, vorhanden. Gut ein Viertel aller Quellen
konnten allerdings bisher noch nicht identifiziert werden.
"Ich denke, dass sich viele dieser Quellen als
Sternensysteme, die in Gas und Staub eingehüllt sind,
herausstellen werden, oder kataklysmisch veränderliche
Sterne," sagt Dean. Integral beobachtet im
Gammastrahlen-Bereich, weshalb es durch störendes Material
hindurchsehen kann. Es hat bewiesen, dass es Quellen
entdecken kann, die bei anderen Wellenlängen nicht sichtbar
sind.
Eine Überraschung war die Effizienz, mit der Integral eine
kleine Unterklasse von kataklysmisch veränderlichen Sternen
(CVs), den so genannten DQ-Herculis-Sternen, entdeckte.
Ursprünglich waren Astronomen nicht sicher, ob CVs
Gammastrahlung emittieren. Integral hat gezeigt, dass dies
auch nur 1 Prozent von ihnen tun. "Derzeit ist es ein Rätsel,
warum dies so ist," sagt Dean.
Desto tiefer Integral von unserer Galaxie entfernt
beobachtet, umso mehr aktive Galaxien entdeckt es. Diese
repräsentieren etwa ein Zehntel aller Galaxien und in ihrem
Kern findet eine ausergewöhnliche Aktivität statt. Die
gängige Meinung ist, dass diese Aktivität durch ein riesiges
Schwarzes Loch angetrieben wird, welches Materie in sich
hineinsaugt.
Roman Krivonos, vom Max-Planck-Institute für Astrophysik in
Deutschland und seine Kollegen, nutzten die Daten von
Integral um zu zeigen, dass AGN´s an den gleichen Stellen
konzentriert sind wie auch gewöhnliche Galaxien. Auch wenn
dieses Ergebnis nicht unerwartet ist, so konnte das erste
Mal die Verteilung von AGN´s, bei hohen Energien, betrachtet
werden.
"Integral repräsentiert einen Meilenstein in der
Gammastrahlen-Astronomie," sagt Dean. Vor 30 Jahren
produzierte NASA´s Einstein Observatorium einen Katalog von
Röntgenquellen, der fortan als Referenz von allen
Röntgenobservatorien genutzt wurde -- einschließlich ESA´s
XMM Newton. "Integral macht das Gleiche für die
Gammastrahlen-Astronomie," sagt Dean.
"Wir befinden uns im Goldenen Zeitalter der
Gammastrahlen-Astronomie," sagt auch Bird. Und Integral
befindet sich dabei in vorderster Reihe.
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Credit:
ESA News Release
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