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2. Februar 2007:
Wenn ein Satellit auf Partikel mit hoher Energie oder auf
ein anderes Phänomen des Weltraumwetters trifft, besteht die
Gefahr, dass die Elektronik an Bord gestört und
wissenschaftliche Instrumente beschädigt werden. In sehr
seltenen Fällen kann sogar die Zerstörung des Satelliten die
Folge sein. Ein leistungsfähiges System, das derzeit am ESOC
entwickelt wird, soll in Zukunft eine effektive Beobachtung
und Vorhersage solcher Phänomene liefern.
Die
Sonnenaktivität beeinflusst das gesamte Sonnensystem auf
vielfältige Weise, unter anderem entstehen bei
Sonneneruptionen Ströme rasend schneller Energiepartikel
sowie abrupte Ausbrüche schädlicher Röntgenstrahlung. Auch
dringt kosmische Energiestrahlung aus anderen Teilen der
Galaxie in unser Sonnensystem ein. Diese Phänomene sind
vielfach für ein anormales Verhalten und die Alterung von
Raumsonden und ihrer empfindlichen wissenschaftlichen
Instrumente verantwortlich.
Oben:
Weltraumwetterdaten folgen der Sonnenaktivität (Mehr)
Aber
seit dem Frühjahr 2005 liefert SEISOP (Space Environment
Information System for Operations), ein System zur
Beobachtung und Vorhersage des Weltraumwetters, das derzeit
im Satellitenkontrollzentrum (ESOC) der ESA entwickelt wird,
dem Gammastrahlen-Observatorium Integral
Weltraumwetterberichte - und dies annähernd in Echtzeit.
SEISOP
wird in Kooperation mit dem ESA Space Weather Applications
Pilot Project entwickelt und von der portugiesischen Task
Force bei der ESA finanziert. Das System enthält eine
Datenbank mit Aufzeichnungen über den Zustand von Raumsonden
und Weltraumwetter-Beobachtungsdaten aus der ganzen Welt, in
Verbindung mit hoch entwickelten Softwareanwendungen, die
dem Integral-Flugkontrollteam Berichte, Warnmeldungen,
Vorhersagen und Verlaufsdaten zur Verfügung stellen.
„Das
Weltraumwetter wirkt sich auf vielfältige Weise auf
Raumsonden aus. Es können Datenverluste ohne erkennbare
Ursache, Änderungen an der Orbitdynamik und
Qualitätseinbußen bei wissenschaftlichen Daten auftreten.
Daher sind Aktualisierungen in Echtzeit unverzichtbar für
die Entscheidung, wie lange die Instrumente während eines
Gefahrenzeitraums abgeschaltet bleiben sollen“, erläutert
Alessandro Donati, Leiter der Abteilung Advanced Mission
Concepts and Technologies am ESOC.
Rechts:
Großer Solarer Flare vom 13. Dezember 2006. (Mehr)
Ein
Teil der Weltraumwetterdaten wird von Raumsonden der ESA,
der NASA und der NOAA (Wetter- und Ozeanbehörde der
Vereinigten Staaten) erfasst, zahlreiche bodengestützte
Institute und Einrichtungen steuern weitere
Beobachtungsdaten bei. SEISOP gehört dem europäischen
Weltraumwetter-Netzwerk SWENET an.
Mit SEISOP können die Kontrollteams für die Missionen im
Voraus erkennen, wann sie Instrumente wie beispielsweise
Star Tracker-Kameras abschalten, Systeme in einen „abgesicherten
Modus“ herunterfahren oder andere Maßnahmen zum Schutz der
empfindlichen Bordelektronik und der wissenschaftlichen
Sensoren ergreifen sollten.
Zwar gibt es Instrumente, die mit Einrichtungen zum
automatischen Abschalten (Safemode) während kritischer
Zeiträume ausgestattet sind, doch sind das längst nicht alle,
und es ist auch zeitaufwändig, ein solches Instrument nach
einem automatischen Abschaltvorgang wieder in Betrieb zu
setzen. Außerdem war es bisher schwer herauszufinden, wann
die Strahlung nach einem Ereignis wie einer Sonneneruption
wieder auf einen ungefährlichen Wert abgesunken war.
Im Laufe des Jahres 2007 wird SEISOP in die
Betriebsentwicklungsphase eintreten, in der alle
ESA-Missionen mit denselben notwendigen
Weltraumwetter-Aktualisierungen versorgt werden sollen. „Wir
gehen davon aus, dass wir dieses Jahr mit der Arbeit an der
endgültigen Betriebsversion beginnen können. SEISOP hat das
Potenzial, Warndienste nicht nur im Rahmen der ESA zur
Verfügung zu stellen, sondern die Raumfahrtbehörden weltweit
mit entsprechenden Daten zu versorgen, denn dem
Weltraumwetter sind alle Raumfahrzeuge ausgesetzt“, sagt
Donati abschließend.
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Credit:
ESA News Release
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