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16. Februar 2007:
Das ESA-Kontrollzentrum bestätigte, dass Rosetta für seinen
kritischen, für den 25. Februar 2007 vorgesehenen Vorbeiflug
am Mars gerüstet ist.
Die
Ingenieure haben mit den letzten Vorbereitungen für dieses
waghalsige Manöver begonnen, das einen Vorbeiflug der Sonde
hinter dem Mars und einen damit verbundenen Abbruch des
Funkkontaktes, präzise Navigation und komplexe, von
Bodenstationen durchgeführte Positionsbestimmungen umfasst.
Die Geschwindigkeit des ESA-Kometenjägers im Verhältnis zum
Mars beträgt über 30.000 km / h.
Rosetta kommt am Sonntag, dem 25. Februar um 02:57 MEZ dem
Mars am nächsten. Die Sonde nutzt den Roten Planeten dann
als „Gravitationsbremse” zum Verringern ihrer
Fluggeschwindigkeit und zur Flugbahnänderung im Rahmen der
zehn Jahre dauernden und 7,1 Mrd. km langen komplizierten
Reise zum Kometen 67P Churyumov-Gerasimenko.
Bild rechts: Animation, die
Rosettas Anflug auf Mars und den darauf folgenden Vorbeiflug
zeigt. (Mehr)
„Das Zünden der Triebwerke am vergangenen Freitag war
erfolgreich. Am Dienstag bestätigten wir, dass die Sonde für
den Vorbeiflug ordnungsgemäß vorbereitet ist. Zurzeit
besteht keine Notwendigkeit zu einem weiteren Zünden der
Triebwerke, deswegen wurde das nächste für das Wochenende
geplante Manöver vorerst abgesagt,” so Dr. Paolo Ferri,
Flugdirektor der Rosetta-Mission im ESA-Kontrollzentrum im
südhessischen Darmstadt.
Rosetta fliegt hinter dem Mars vorbei
Das Missionsteam wird heute noch mit dem Aufladen der
Batterie von Rosetta beginnen, damit die Sonde für das 25
Minuten dauernde Verschwinden hinter dem Mars gewappnet ist.
Während der Verdeckung verhindert Mars das Auftreffen von
Sonnenlicht auf Rosettas Solarzellenflügel, und alle nicht
unbedingt notwendigen Systeme werden abgeschaltet oder in
den Energiesparmodus gebracht.
Die
ursprüngliche Flugbahn und das Design der Raumsonde sahen
keine Vorbeiflüge hinter Himmelskörpern vor,
unvorhergesehene Startverzögerungen erzwangen jedoch eine
Neuplanung der Reiseroute. Das für Rosetta verantwortliche
Missionsteam brachte Monate mit sorgfältigen Planungen und
Tests von Energiesparmöglichkeiten zu, damit die Sonde
sicher mit Batterien betrieben werden kann.
Das Kontrollzentrum erwartet den Abbruch des Funkkontaktes
mit Rosetta aufgrund einer kritischen 15-minütigen, am 25.
Februar um 03:14 MEZ beginnenden Verdeckung, wenn die Sonde
aus der Perspektive irdischer Bodenstationen hinter Mars
verschwindet.
Bild rechts: Künstlerische
Darstellung der Rosetta-Sonde am Mars. (Mehr)
In einer spektakulären Aktion fliegt Rosetta zum Zeitpunkt
der größten Annäherung an den Roten Planeten nur 250 km über
seiner Oberfläche vorbei. Zu diesem Zeitpunkt sind die
ESA-Raumsonde Mars Express 11 042 km und der Mars
Reconnaissance Orbiter der NASA 7172 km von Rosetta entfernt.
Zusammenarbeit zwischen ESA und NASA zur
Positionsbestimmung der Sonde im Weltraum
Die intensiven Vorbereitungen im Kontrollzentrum ESA/ESOC im
Rahmen des Vorbeiflugs umfassten auch eine gründliche
Bestimmung von Position und Flugbahn der Raumsonde Rosetta.
Von DSA 1, der in New Norcia (Australien) ansässigen
Raumflugkörper-Verfolgungsstation der ESA durchgeführte
Positions- und Doppler-Messungen wurden mit Daten aus dem
Deep Space Network (DSN) der NASA kombiniert. Beide
Netzwerke nutzen zur exakten Positionsbestimmung von
Raumflugkörpern das Delta DOR-Verfahren (Delta Differential
One-Way Ranging).
Delta DOR verwendet zwei weiträumig voneinander entfernte
Bodenantennen, um die Position von Raumflugkörpern zu
bestimmen und dabei gleichzeitig den Zeitunterschied
zwischen zwei an beiden Stationen eintreffenden Signalen zu
messen. ESA setzte dieses ausgeklügelte Verfahren erstmals
im Jahr 2006 zur Positionsbestimmung der Sonde Venus Express
ein.
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Credit:
ESA News Release
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