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THEMIS

Auf einer revolutionären Mission soll der Ursprung der Polarlichter untersucht werden.

NASA



Die THEMIS Mission

 

In einer klaren Nacht, in den nörlichsten Gebieten der Welt, werden Sie vielleicht Zeuge einer wunderschönen Lichterscheinung am Himmel, die Ihren Fernsehempfang stören kann und Sie im Dunklen zurück lässt.

Das schaurige Glühen der Polarlichter sieht herrlich und recht harmlos aus. Zumeist ist es auch harmlos. Die Erscheinung, die einem sich langsam bewegenden Band gleicht, dass sich langsam im Himmel wellt, wird Aurora genannt. Es ist auch in den südlichsten Gebieten, am Südpol, zu beobachten.


Bilder oben: Dies sind Fotos der Aurora, vor und während eines Substurms. Das linke Bild ist die typische Erscheinung der Aurora vor einem Substurm. Während eines Substurms teilt sich das inzelne Band der Aurora in mehrer Bänder (mittleres Bild) oder zerbricht sogar in Gruppen, die nord- und südwärts wandern (rechtes Bild). Credit: Jan Curtis

Gelegentlich wird die Aurora jedoch noch wesentlich dynamischer. Das einzelne Band der Aurora teilt sich in mehrere Bänder oder zerbricht in Gruppen, die nord- und südwärts wandern. Diese dynamische Lichterscheinung am Polarhimmel wird mit etwas in Verbindung gebracht, was Wissenschaflter einen magnetosphärischen Substurm nennen. Substürme hängen sehr stark mit voll ausgeprägten Weltraum-Stürmen zusammen, die Raumschiffe, den Radioempfang, GPS Navigation und die elektrische Versorgung ausfallen lassen können, und dem Strahlungsgürtel um die Erde auch noch tödliche Elektronen hinzufügen. Das Ziel von NASA´s Time History of Events and Macroscale Interactions during Substorms (THEMIS) Mission ist es, die physikalische Instabilität (den Auslöser) für magnetosphärische Substürme, zu verstehen.

Das Zusammentreffen von Kräften, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann, sorgt für die Schönheit und Zerstörung von Weltraum-Stürmen, obwohl die Aurora ein dramatisches Symptom liefert. Der geschmolzene Eisenkern der Erde ruft ein unsichtbares Magnetfeld hervor, dass unseren Planeten umgibt. Dieses Magnetfeld, sowie die elektrisch geladenen Teilchen in seinem Einfluss, bilden die Magnetosphäre der Erde.

Die Sonne bläst ständig einen unsichtbaren Strom elektrisch geladenes Gas, genannt den Sonnenwind, in den Weltraum hinaus. Der Sonnenwind fließt mit sehr hoher Geschwindigkeit an der Erde sowie der Magnetosphäre vorbei. Zur Verdeutlichung was passiert, wenn der Sonnenwind auf die Magnetosphäre trifft, stellen Sie sich einen Windsack in einem Orkan vor. Die Magnetosphäre der Erde fängt und speichert kleine Anteile der Windenergie und Teilchen auf den Magnetfeldlinien, die sich wie Gummibänder dehnen.

Während eines Substurms überlädt der Sonnenwind die Magnetosphäre mit zuviel Energie, und die gedehnten Magnetfeldlinien schnappen zurück wie das Gummi einer riesigen Schleuder, was elektrisch geladene Teilchen zur Erde hin schleudert. Elektronen, die Teilchen, welche die elektrische Ladung in allem, vom Fernseher hin zum Handy, transportieren, fließen die unsichtbaren Linien der magnetischen Kraft hinab, in die obere Atmosphäre über den Polarregionen. Dieser Strom von Elektronen trifft Atome und Molekühle in der oberen Atmosphäre, lädt sie auf und läßt sie leuchten, was wir dann als die Aurora kennen.

Die gleichen Elektronen laden manchmal die Oberflächen von Raumschiffen auf, was zu ungewollten und unerwarteten Entladungen führt. Und die Energien dieser Elektronen, die in den Strahlungsgürtel eindringen, werden auf Höhen getrieben die Millionen mal energiereicher sind, als die Photonen, welche das Licht ergeben, dass wir sehen. Elektronen mit solchen Energien können die empfindliche Elektronik von Raumschiffen beschädigen und Molekühle in lebenden Zellen zerstören, was zu Krebs bei ungeschützten Astronauten führen kann. Sich schnell verändernde Magnetfelder, die mit magnetosphärischen Substürmen einhergehen, induzieren auch elektrische Ströme in Stromleitungen, was zu Ausfällen führen kann, indem das Material überlastet oder ein Kurzschluss ausgelöst wird.

Obwohl die Konsequenzen von Substürmen gut bekannt sind, ist nicht ganz klar was im Endeffekt in die überladene Magnetosphäre einschlägt und dann einen Substurm auslöst.

Zu verstehen was während eines Substurms passiert ist wichtig. "Die schlimmsten Stürme, solche die Raumschiffe ausfallen lassen und Astronauten gefährden, könnten nur eine Reihe von Substürmen sein, einer nach dem Anderen," sagt David Sibeck von NASA's Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Md., Projektwissenschaftler für die THEMIS Mission. "Substürme könnten die Bausteine für schwere Weltraumstürme sein."

So wie Meteorologen Tornados untersuchen um die heftigsten Gewitterstürme zu verstehen, untersuchen Astrophysiker Substürme um einen Einblick in die schwersten Stürme im All zu bekommen. "Die Vorgänge in Substürmen sind die Grundlage für unser Verständnis des Weltraumwetters und wie es Satelliten und Menschen in der Magnetosphäre beeinflusst," sagt Vassilis Angelopoulos, Leitender THEMIS Forscher an der University of California's Berkeley Space Sciences Laboratory, in Berkeley, Calif. Wissenschaftler schlagen zwei mögliche Auslöser für Substürme vor, aber bis jetzt gab es noch keine Möglichkeit sich zwischen den beiden Modellen zu entscheiden.

Ein kritischer Blick auf die beiden vorgeschlagenen Auslöser von Substürmen ist schwierig, weil die Magnetosphäre so groß ist. Über der Nachtseite der Erde dehnt sich die Magnetosphäre bis weit über die Mondumlaufbahn aus und bildet einen geomagnetischen Schweif. Substürme beginnen in einem kleinen Gebiet im All, innerhalb des geomagnetischen Schweifs und bedecken dann innerhalb von Minuten ein riesiges Gebiet der Magnetosphäre. Die beiden Modelle sagen jedoch die Entstehung von Substürmen in unterschiedlichen Gebieten des geomagnetischen Schweifs voraus. Der Schlüssel das Rätsel zu lösen liegt also darin, den Ursprungsort der Substürme zu bestimmen.

Bisherige Untersuchungen der Magnetosphäre waren nicht in der Lage festzustellen, wann und wo Substürme anfangen, was zu einer intensiven Debatte über dieses Thema führte. NASA´s THEMIS Mission wird dieses Rätsel jedoch lösen, indem koordinierte Messungen  mit 5 identischen Satelliten durchgeführt werden, die in Schlüsselpositionen in der Magnetosphäre positioniert sind, um so den Ursprung der Substürme zu finden. Die Mission, genannt nach Themis, der Griechischen Götting der Ordnung und Gerechtigkeit, wird diese Debatte wie ein fairer und unparteiischer Richter auflösen.

THEMIS soll im Februar starten. Wenn sich die 5 Sonden über dem Nordamerikanischen Kontinent einfinden, werden Wissenschaflter Messungen entlang der Sonne-Erde Linie vornehmen, was den ersten umfassenden Blick auf die Entstehung von Substürmen liefern und beantworten wird, und wie sie Ausbrüche der Aurora bewirken. Während der 2 Jahre dauernden Mission sollten die Sonden in der Lage sein um die 30 Substürme zu beobachten.


Die THEMIS Mission - Überblick

THEMIS - Aktuelles

 

 

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Credit: NASA

Web Links

NASA's Future: The Vision for Space Exploration

THEMIS Fact Sheet der NASA (Englisch)


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Curator: Bryan Walls
NASA Official: Ron Koczor
Last Updated: June 9, 2005
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