Huntsville:
Ein verdrehter Tag
Peggy Zinsmeyer: Wir beginnen unseren Tag ein wenig später
als normal, also 8 Uhr. Wir machen uns fertig und gehen
frühstücken. Heute scheint endlich wieder etwas Sonne, also
machen wir auch gleich ein Foto mit unseren ganzen Awards.
Danach fahren wir wieder ins Space & Rocket Center. Wir
stellen unser Zelt neben das große weiße Registration-Tent
und stellen unseren Buggy darunter. Andrij, Reshma und ich
holen unseren Ganymed aus dem Foyer und machen eine kurze
Besprechung und verteilen Aufgaben
Eigentlich fahren wir
heute gar kein Rennen und haben auch keine Aufgaben mehr.
Aber heute kann man lernen, was man auf dem Moonbuggy Race
noch so beachten muss, denn nun ist Zeit für Seitenblicke.
Dann steht erst einmal ein "Termin" an und wir treffen die
Mitarbeiterin des Space Camp, von der Reshma gestern
eingeladen wurde, das ganze Team einmal mit einem MAS (Multi
Axis Simulator) fahren zu lassen. Das ist eine ziemlich
witzige Sache, denn man dreht sich je nach Gewicht und Größe
in alle Richtungen, schnell und langsam, aber man darf die
Augen nicht schließen, da man sonst die Orientierung
verlieren kann und es einem schlecht werden kann. Natürlich
machen alle das mit, sogar Telemetrie-Philipp.
Wir gehen danach in
die Caféteria um unsere Berichte von gestern zu schreiben,
während Herr Heckel, Reshma und Markus zu einem Mittagessen
des Vereins der Deutsch-Amerikaner fahren. Sie wollen dort
Geschäftskontakte für deutsche Unternehmer knüpfen.
Währendessen sehen wir öfter mal aus den Fenstern um nach
dem Indischen und auch den anderen Teams zu sehen und holen
uns etwas zu essen.
Dann hält Konrad Dannenberg seine Rede. Er ist Keynote
Speaker auf dieser mit etwa 800 Mann gefüllten
Veranstaltung. Konrad Dannenberg war Chef der Abteilung für
Antriebe im Apollo-Programm und schon Wissenschaftler in
Peenemünde. Er ist 95 Jahre alt. Ich filme das Ganze. Es
werden Bilder gezeigt, von der 50 Jahrfeier des Explorer One,
wobei Herr Dannenberg sich mehrmals bei Herrn Heckel und dem
German Space Education Institute vor allen Leuten bedankt.
Auch werden wir als Moonbuggy Team erwähnt und dass wir aus
Leipzig kommen, unweit seines Geburtsortes Weißenfels. Es
wandern Bilder vom Besuch der Frau Korolev über die
Leinwand. Ralf und Yvonne an
unserem Tisch sind "Baff". Es sind alles Fotos aus Ralfs
Kamera. Ein bisschen stolz bin ich dann schon hier zu sein
und solche Teamleiter zu haben. Dann sagt mir Herr Heckel ich solle mich
doch direkt vor die Bühne stellen und Herrn Dannenberg in
Nahaufnahme filmen. Ich stelle mich also nach vorn und frage
am hinter mir stehenden Tisch ob ich mich setzen kann. Erst
im Laufe der Rede fällt mir auf wo ich sitze. Auf dem Stuhl
von Konrad Dannenberg! Beim Blick auf das Namensschild der
neben mir sitzenden Frau erkenne ich einen der Namen des
Veranstaltungsflyers wieder. Ich sitze direkt am VIP-Tisch!
Ich bin ein wenig verlegen, lasse mir aber nichts anmerken.
Ein Mann spricht mich an und sagt mir, dass ich den Platz
verlassen soll wenn Herr Dannenberg fertig ist. Ich gebe ihm
noch eine Karte unseres Teams und stelle dann am Ende der
Rede die Kamera in eine andere Position. Herr Heckel und
Reshma kommen nach vorn und reden mit Herrn Dannenberg,
während ich fotografiere. Er ist sehr gerührt.
Peggy Zinsmeyer:
Oben: Auch die Stadt stellt kein Problem
für den Moonbuggy dar.
Wir rufen also Mr. Headrick an, damit er das Buggy abholt.
Wir fahren bis zu seiner Ankunft noch ein wenig mit dem
Buggy in Huntsville-Downtown herum. Es ist wie in dem Film
"Zurück in die Zukunft", genau so - nur dass wir Moonbuggy
in der Downtown fahren und nicht einen Delorian bei
drohendem Gewitter.
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Credit:
German Space Education
Institute
Markus Reichelt:
Autoren:
Peggy
Zinsmeyer +
Markus Reichelt
Editor:
Frank Erhardt(Astrolabium.Net)
Alle Fotos Credit und Copyright:
German Space Education
Institute
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