3. April
2008 - Huntsville: Als wir zur gewohnten Zeit im „La Quinta“
aufwachen und zum Frühstück gehen, ist dort gerade die Hölle
los. Fünf Busse stehen auf dem Hof. Eine Gruppe Schüler ist
im Frühstücksraum und wir kommen kaum zum Essen, wohl auch
deshalb, weil die Amerikanerinnen hübsche Mädels haben. Herr
Heckel kommt etwas später zum Essen und bringt gleich einen
Stapel „Huntsville Times“ mit. Wir sind da drin, ganz groß.
Es war der Besuch gestern im „Center for Technology“. Das
erste Mal in einer US-Zeitung, Wahnsinn!.
Danach fahren wir zu Headricks. Dort steht noch der
Feinschliff für das Moonbuggy an. Die Telemetrie wird
vorbereitet und noch einige Sponsorenlogos auf das Buggy
aufgeklebt. Beim Schneiden der Aufkleber gibt es leckere
Cookies und wir lassen es uns so richtig schmecken. Später
wollen Alex und ich noch zwei große Bruno Banani Logos auf
den Fahrertüren der Autos aufkleben. Als wir alles
vorbereitet haben sage ich: „Los geht’s“ – in diesem Moment
fängt es an zu regnen. Ein gewaltiger Wolkenbruch kommt vom
Himmel. Aber nur eine Minute später ist der Regen fast
vorbei und wir können nun doch die Logos aufkleben. Danach
warten wir noch bis es endgültig aufgehört hat zu regnen.
Kay hat inzwischen schon den Trailer geholt und wir planen
das Buggy nun zum Space & Rocket Center zu fahren. Doch wir
entscheiden uns vorerst noch einige Filmaufnahmen zu machen
und den Buggy zu testen.
Rechts:
Zuerst sieht es gut aus, fast 60 km/h, dann aber kommt der
„Dreher“
Die Testfahrt ist Hollywoodreif. Ich filme aus der
offenen Türe unseres Vans das neben uns fahrende
Moonbuggy. Wir überholen immer wieder und machen
actionreiche Aufnahmen von Vorbeifahrten.
Dann halten wir an und rennen in Position, um Andrij und
Reshma zu filmen wie sie den Berg hinunterfahren. Jedoch
warten wir länger ehe die beiden endlich kommen. Gleich
darauf erfahren wir auch die Ursache: Die beiden hatten sich
um die eigene Achse gedreht. Das Buggy fuhr den Hügel mit
sehr hoher Geschwindigkeit hinunter. Als Andrij bremste,
blockierten die Hinterräder und das Buggy machte eine oder
mehrere volle Drehungen. Reshma hat Gummi gerochen. Es war
nur ein kleiner Fahrfehler mit großen Folgen. Zum Glück ist
alles heil geblieben. Lider aber ist nichts davon auf Foto
oder Video. Erstaunlich ist, dass wirklich nichts weiter
passierte. Der Buggy ist sehr sicher. Wir laden das Buggy
auf und fahren zum Space & Rocket Center.
Das Fahrerlager am Space & Rocket Center ist noch vollkommen
leer. Allerdings werden wir schon von Herrn Professor von
Puttkamer erwartet. Wir richten uns also ein und wollen
losfahren aber die Telemetrie streikt. Nachdem Philipp und
Herr Heckel noch eine Weile probieren und einstellen merken
wir, dass die Sendeleistung beeinflusst wird, wenn sich eine
Person sehr nahe an der Antenne befindet. Zum Glück betrifft
das nicht den Copiloten. Die Antenne wird neu eingestellt.
Rechts:
Fehler beim Zusammenbau erkennt Herr Heckel und erklärt die
Korrekturen.
Danach geht es endlich los mit Testfahrten. Wir filmen und
fotografieren viel und es herrscht eine ausgelassene
Stimmung. Im Laufe des Tages treffen die Leiter des
indischen Teams ein. Wir unterhalten uns eine Weile. Dabei
erfahren wir, dass sie ohne Auto sind, ihnen ein Koffer
abhanden kam und sie nun kein Werkzeug zum Zusammenbau des
Buggys haben. Auch fehlt ihnen eine Garage – vor dem Hotel
ist ein Zusammenbau wegen des unbeständigen Wetters
undenkbar. Also bietet Herr Heckel an, die beiden Studenten
in das Hotel zu bringen (durch einen Zufall sind wir im
selben Hotel) und telefoniert schon mit dem Direktor des
„Center for
Technologie“, wo wir gestern waren. Die machen dem indischen
Team ihre Werkstatt auf und so können sie mit Elan ihren
Buggy zusammenbauen. Die beiden sind sichtbar erleichtert.
Zuvor aber registrieren wir uns noch im „Registration
Pavillion“.
Oben:
die Registration findet immer einen Tag vorher statt und ist
wichtig Den restlichen Nachmittag verbringe ich
damit, mit Andrij zusammen auf dem Space Shuttle
Landesimulator ausgiebig zu trainieren. Auf dem schwersten
Schwierigkeitsgrad schaffe ich es allerdings gerade so zur
Bruchlandung auf dem Runway – Andrij scheitert schon beim
Anflug. Danach stöbern wir noch ein wenig im Souvenirshop
nach Andenken.
Nachdem wir wieder zum Fahrerlager
zurückkehren, essen wir ein wenig, dann kommt auch Herr
Heckel wieder zurück. Nun wollen wir noch das
Zusammenklappen des Buggys üben. Dabei fallen uns noch
einige Fehler auf. Es sind Pedalen falsch angeschraubt und
auch der Sitz nicht passgenau montiert worden. Wir lösen
dies. Im großen Pavillon beginnt nun das „Safety Briefing“.
Die Teilnehme ist Pflicht. Danach
beginnen wir endlich das „Klapptraining“. Unser Ziel
sind 6 Sekunden. Es muss der Buggy auseinandergeklappt
werden und die Fahrer auf dem Buggy sitzend fahrbereit sein,
mit erhobenen Händen. Allerdings brauchen wir viele Versuche
bis wenigstens 6,7 Sekunden als Bestzeit des Tages erreicht
sind. Herr Prof. von Puttkamer beobachtet uns genau und
fiebert mit. Unten:
6,7 Sekunden Bestzeit – das genügt für morgen
Am Abend gehen wir noch mit Herrn Professor von Puttkamer
ins El Palacio essen – dort wo wir auch das „get together“
veranstalten wollen. Das ist ein mexikanisches Restaurant
mit viel Raumfahrtgeschichte. Wir essen uns alle satt und
unterhalten uns viel. NASA hat uns am Ende eingeladen. Das
ist eine besondere Ehre. Zum Schuss macht Herr Heckel noch
ein Foto von uns vor dem großen El Palacio Schild. So eines
ist ebenfalls schon Tradition.
Links:
der große Hut am Eingang hat Tradition unter
Raumfahrtingenieuren seit Wernherr von Braun
Am Abend schreiben wir noch unsere
Berichte und gehen dann zeitig ins Bett – morgen steht ein
TV-Termin um 5 Uhr an. Wir müssen also gegen halb 4
aufstehen. Morgen ist dann der große Tag auf den wir ein
Vierteljahr hingearbeitet haben. Wir sind alle ziemlich
aufgeregt!
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Credit:
German Space Education
Institute
Rechts:
Das
Safety-Briefing findet im Astrotrek-Pavillion statt.

Author:
Markus Reichelt
Editor:
Frank Erhardt (Astrolabium.Net)
Alle Fotos Credit und Copyright:
German Space Education
Institute
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