Der Zusammenbau

1. April 2008 - Huntsville:

Heute stehen wir um 8.00 Uhr auf, da die Frühstückszeit schon um 9.00 Uhr zu Ende sein soll. Kaum sind Philipp, Andrij, Markus und ich aufgestanden und angezogen, gehen wir rüber zu Heckels und den Mädchen. Dort beschließen wir aufgrund des schönen Wetters noch vor dem Frühstück unsere Moonbuggy-Trikots anzuziehen und Fotos zu machen. Leider läuft das alles noch etwas unkoordiniert ab. Es dauert eine halbe Stunde bis jeder sein richtiges T-Shirt gefunden hat und das Team fotofertig ist. Das muss also in Zukunft noch schneller gehen.

Als wir im Speisezimmer ankommen, ist es bereits kurz vor 9.00 Uhr und wir können nur noch eine Art Instant-Grießbrei essen, den wir mit Marmelade und Käse verfeinern. Allerdings wird man davon schnell satt und so können wir auch schon recht bald los.


Rechts: Griesbrei zum Frühstück - wer zuletzt kommt, muss essen was übrig bleibt.

Nach dem Frühstück gehen wir auf das Gelände um das Hotel und beginnen mit einem Teamfoto- Shooting. Hierbei muss bemerkt werden, dass es uns von Anfang an gewundert hat, dass die Abstände zwischen den einzelnen Häusern, in Amerika besonders groß sind. Wir haben also ganz viel Platz zum fotografieren.  

 

Links: Das erste richtige Teamfoto in Amerika entsteht vor unserem Hotel

Im Anschluss verschicken wir nacheinander unsere E-Mails an die Verwanden und Freunde. Besonders Markus und ich sind davon abhängig, da unsere Handys die US-Netze nicht empfangen können. Als wir uns um 10.10 Uhr im Auto befinden haben wir eine Verspätung von nur 10 Minuten, weshalb wir uns noch einmal den Zeitplan vor Augen halten und diesen noch einmal besprechen.

Am Vormittag fahren wir durch die Stadt Huntsville und besuchen das Von Braun Center (VBC, ein riesiger Bau mit Kongress- und Messehallen), den Monte Sano (der höchste Berg der Region mit der Siedlung der deutschen Raketeningenieure) und das US Space and Rocket Center mit dem nagelneuen Davidson Center for Space Exploration.

 

Oben: Vor dem Von Braun Center, man geht hier offen mit seinem Namen um.

Auf dem Monte Sano fahren wir am ehemaligen Wohnhaus des Dr. von Braun, Professor von Puttkamer und an der Wohnung von Professor Stuhlinger vorbei. Letzterer ist der einzige deutsche Raketeningenieur, der hier noch lebt und nach dem Kriegsende nach Amerika zog. Heute ist er weit über 90 Jahre alt. Es ist schön hier oben, ruhig, schattig und man hat eine tolle Sicht auf die Stadt Huntsville mit den hochragenden Raketen vom Space Center.

Rechts: Aussicht pur, im Hintergrund steht die etwa 130 Meter hohe Saturn V


Während wir da so stehen und herunterschauen, kommt eine Frau auf uns zu und bittet uns in die Räume des gleich danebenliegenden TV-Senders WAAY. Wir erklären was wir hier machen und woher wir kommen, als der Programmchef uns fragt, ob wir diejenigen sind, welche für die Mittagsshow vorgesehen sind. Schock! Nein! Dann schnappt er sich kurzerhand Herrn Heckel und verschwindet mit ihm. Nur wenige Minuten später sehen wir mit Erstaunen unseren Chef auf dem Fernseher im Foyer in den Mittagsnachrichten beim Talk mit der Ansagerin – und sind Baff. In Deutschland wäre das nie möglich. Ich selbst habe X-Sender angeschrieben und keiner hat so reagiert wie diese Leute hier. Die haben uns sogar reingeholt. Was so eine Teamkleidung doch ausmacht!

 

Im Anschluss fahren wir in das Burrit-Museum. Dort gehen wir gleich in den Souvenirshop und reden mit den Angestellten. Frau Korolev hatte vor 2 Monaten hier ihren Hut vergessen. Leider ist er nicht auffindbar. Wir kaufen noch einige Souvenirs und verabschieden uns.

 

Oben: "Einfach Gigantisch", Markus vor der Saturn V und dem Davidson Center

Nun geht es zum Highlight des Tages: Dem Davidson Center of Space Exploration und dem US Space & Rocket Center (USSRC). Dort machen wir viele Fotos der dort ausgestellten Saturn V Rakete und der Sr-71 Blackbird. Einfach gigantisch! Im Center selbst sind Moonbuggys ausgestellt, die an früheren Rennen teilgenommen haben. Wir gehen aber nicht weiter als bis zum Foyer.

 Rechts: Philipp will das Triebwerk der mächtigen Saturn V Rakete nicht anheben - dafür hängt es noch viel zu hoch, Vollgetankt wog solch eine Rakete soviel wie ein mittlerer Flugzeugträger!

Nach diesem Erlebnis geht es zum Mariott Hotel. Herr Heckel kennt dort eine russische Frau, welche im Souvenirladen arbeitet. Andrij unterhält sich mit ihr und wir kaufen noch weitere Souvenirs. Es gibt einen tollen Rabatt. Ich kaufe 25 Space Shuttle Abzeichen. Diese werde ich in meiner Klasse als Andenken an diese Reise verteilen.

Danach fahren wir zu MC Donalds, wo wir unser erstes Essen, nach dem etwas missglückten Frühstück zu uns nehmen. Als nächstes soll der Moonbuggy zusammen gebaut werden. Deshalb begeben wir uns zu Headricks. Dort sind die Bestandteile unseres „Ganymed 1b“ untergebracht. Wir packen die Baugruppen aus, worauf Markus, Philipp, Andreij und ich den Moonbuggy unter Herrn Heckels Leitung zusammenbauen. Reshma schreibt an einem Tagesbericht auf Englisch und macht für uns alle Stichpunkte, während Peggy, Frau Heckel und Frau Headrick in den nächsten Walmart fahren und für uns einkaufen. Nachdem wir den Moonbuggy nach nur 4 Stunden fahrbereit haben, verlegen wir die Bowdenzüge und bekleben ihn mit Sponsorenwerbung. Nun sieht er richtig schick aus und es tut jetzt schon leid, ihn danach wieder zu zerlegen.

Oben: Buggy erfolgreich ausgepackt - nun kann´s losgehen

Nach einer kurzen Testfahrt essen wir Abendbrot. Es gibt Thunfisch-Sandwiches. Dann räumen wir die Reste unserer Arbeit auf. Wir sind alle fix und fertig und freuen uns auf unser Bett. Allerdings vergessen wir die Telemetriekoffer und Philipp muss noch mal mit Herrn Heckel zurück zu den Headricks fahren, während wir im Hotel Berichte schreiben. Philipp ist danach absolut müde, kann kaum noch die Augen auf machen, deshalb fährt Peggy mit Herrn Heckel noch bis 12.00 Uhr durch die Stadt, um Log-Dateien zu schreiben.  Diese sind wichtig, um die Moonbuggy-GPS-Karten exakt kalibrieren zu können. Sie müssen schon 2 Stunden später in Deutschland sein, denn dort wird es ja schon wieder hell.

 

 

 

Rechts: Knifflig, jedoch nicht unmöglich - nun muss alles sitzen!

Es ist nun 1 Uhr Nachts. Peggy und Herr Heckel kommen mit vielen Dateien zurück. Ich gebe meinen Stick mit dem Bericht ab, so wie alle anderen auch. Herr Heckel wird sie korrigieren und noch heute Nacht mit den schönsten Fotos vom Tage versenden. Sie müssen noch vor dem Schulbeginn von Thommy (aus dem Monnbuggy-Team des letzten Jahres) in Deutschland sein - und das wird wegen der Zeitverschiebung verdammt eng.

 Diesen Artikel weiterempfehlen


Authors:
Alexander Uth und Markus Reichelt
 
Editor: Frank Erhardt (Astrolabium.Net)

Credit: German Space Education Institute
Alle Fotos Credit und Copyright:
German Space Education Institute

Weitere Informationen

 Sponsoren

German Space Education Institute

Gemeinnütziges internationales Privatinstitut zur Förderung wissenschaftlicher, hochtechnischer und akademischer Berufsorientierung e.V.

Wurzner Str. 4; D-04315 Leipzig; Germany

Tel: +49 (0) 341-68139-86; Fax: -89

www.spacepass.de

 

Leserkommentare
 

Kommentare

Noch keine Kommentare
*Name:
Email:
Benachrichten, wenn es neue Kommentare gibt
Email nicht anzeigen
*Text:
 
Powered by Scriptsmill Comments Script