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Die Wasserschlacht im Saturn-System

 


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Huntsville, 5. April 2008

Hätte dieses Moonbuggy Race auf einem richtigen Mond stattgefunden, dann käme dafür nur der Saturnmond Enceladus in Frage. Dessen Wasservorkommen entdeckte die NASA-Sonde Cassini erst vor 4 Wochen, als sie während eines Vorbeifluges durch eine Wolke aus Eiskristallen eines großen Geysieres flog, welcher auf dessen Südpol ausgebrochen war. Für einen Bewohner dieses Mond wäre dies allerdings eine größere Katastrophe gewesen, als wir hier erlebten.

Oben: Das Deutsche Spacepass-Team bei seiner Regenfahrt über den "Mond." Credit: German Space Education Institute [Mehr]

Dennoch gehört das zum Leben mit der Natur. Die Moonbuggys der Highschoolteams in Huntsville Alabama sollen genau dies überstehen können sowie unerwartete Überraschungen meistern. Diese gab es gestern im vollen Umfang. Die Ausläufer eines Sturmsystemes erreichten Nordalabama. Während die Moonbuggys unter den Saturn-Raketen aus dem Apollo-Mondprogramm mit den Sturzfluten kämpften, wurde in fünf Staaten der Notstand ausgerufen. Das deutsche Moonbuggy erreichte als einer von wenigen der dreißig angetretenen Fahrzeuge sein Ziel – wenn auch mit unerwarteten Blessuren und unerwarteten Reparaturlösungen. Es ist in diesem Jahr kein Zufall, dass sich das Moonbuggy-Race, die Enceladus-Entdeckungen und die Saturn-Raketen im neuen Davidson Center in die Vision of Space Exploration unter dem Ziel „Mond, Mars und danach“ auf ihre eigene Weise verbinden.

Das nun hinter den Schülern liegende Rennen hat viel abverlangt. Es wurden alle Gemütschwankungen wie eine Achterbahn durchlebt und damit ein Vorgeschmack auf das „Danach“ gewonnen. Es gab Momente höchster Anspannung, tiefster Enttäuschung und höchster Glücksmomente. Dies alles in kürzester Zeit und in Amplituden, wie sie es nur in der Raumfahrt gibt. Vergessen hat das Team völlig, dass sie im strömenden Regen ihre Leistungen erbrachten, durch knöcheltiefe Pfützen wateten und bis auf die Haut naß wurden. Ja sogar das Fotografieren wurde mit der Zeit immer unmöglicher.

Das Team ist zu einer Maschine geworden. Jedes Rädchen dreht sich an der richtigen Stelle, jeder ist mit seiner Aufgabe verwachsen, jeder ist mit vollem Ernst bei der Sache. Mit Genugtuung beobachte ich jeden Einzelnen und stelle fest, dass alle in den vergangenen 3 Monaten einen großen Schritt gemacht haben. Weg sind die trudelnden Gespräche um sinnlose TV-Shows, die Diskussionen über Dinge die in der nächsten Minute nicht mehr wichtig sind und das Gekichere welches für dieses Alter so typisch ist. Diese Generation braucht nur ein Ziel und hier gibt es einsDr. Paul Shiue, Berater für das Team der Christian Brothers University in Memphis, Tennessee, war zur Stelle um seine Mannschaft zu unterstützen. Er nannte das Klebeband lachend ihr "bestes technisches Werkzeug." 

Die Erlebnisse haben sich eingebrannt. Was uns als Förderer dieser Generation noch wichtiger ist: „Alle Ergebnisse sind das Produkt der eigenen Arbeit, des nackten Fleißes, eines unbestechlichen Teamgeistes und eines sich stetig aufbauenden Willens auf Erfolg“. Wir haben dem Team diese Freude am Erfolg und den gewonnenen „System Safety Award“ die danach folgenden 18 Stunden nach dem Rennen genießen und verarbeiten lassen, bevor wir nun gemeinsam an das Schreiben der Berichte gehen. Denn diese sechs Schüler über sich selbst gewachsen – jeder einzelne.

Rechts: Große Freude nachdem der Parkour unbeschadet überstanden ist. Credit: German Space Education Institute [Mehr]

Wir sitzen jetzt alle gemeinsam an einem Tisch im US Space & Rocket Center mit Blick auf das Moonbuggy Race der Universitäts-Teams. Alle sechs Schüler sehen ohne Ausnahme mit Zuversicht in das kommende Jahr 2009. Sie wollen wieder antreten und sich den Preis holen, der ihnen zusteht. Es wird das 40. Jahr nach der ersten Mondlandung sein.

Heute hat dieses Team durch NASA und viele US-Unternehmen die höchste Aufmerksamkeit erfahren wie kein anderer Schüler aus Europa und wir sind gespannt auf einen Vergleich. In sechs Wochen startet die ILA 2008. Ob man es dort auch soweit bringt?

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Credit: German Space Education Institute

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Unten: Der Mondbuggy des Deutschen Spacepass-Teams. Credit: German Space Education Institute



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Curator: Bryan Walls
NASA Official: John M. Horack
Last Updated: June 9, 2005
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